22. Ausbildungsplatzbörse in Salzkotten Stetes Ringen um Azubis

Salzkotten (WB). »Vor zwei Jahren hat sich der Arbeitsmarkt völlig umgedreht«, sagt Rüdiger Matisz, Vorsitzender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Paderborn. Heute zittern nicht mehr die Schulabgänger, ob sie einen Ausbildungsplatz bekommen. Vielmehr kämpfen die Arbeitgeber um jeden qualifizierten Lehrling.

Von Marion Neesen
Rüdiger Matisz (Agentur für Arbeit), Bürgermeister Ulrich Berger, Schulleiter Berthold Fischer, Wirtschaftsförderer Peter Finke und Annika Dunsche (Arbeitgeberservice/von links) bereiten die 22. Ausbildungsplatzbörse in Salzkotten vor.
Rüdiger Matisz (Agentur für Arbeit), Bürgermeister Ulrich Berger, Schulleiter Berthold Fischer, Wirtschaftsförderer Peter Finke und Annika Dunsche (Arbeitgeberservice/von links) bereiten die 22. Ausbildungsplatzbörse in Salzkotten vor. Foto: Marion Neesen

Bürgermeister Ulrich Berger erinnert sich noch gut daran, als Salzkotten 1997 als erste Kommune im Kreis Paderborn eine Ausbildungsplatzbörse organisierte. Mit sechs Betrieben ging sie an den Start. »Damals war es ein Versuch«, so Berger, »die Veranstaltung zeigte den jungen Leuten, dass es eine gute Chance auf einen Ausbildungsplatz gibt, wenn man sich kümmert.« Am 6. März (18 bis 20 Uhr) wiederholt sich die Ausbildungsplatzbörse nun schon zum 22. Mal. Diesmal werden 52 Unternehmen einen Stand in der Gesamtschule Salzkotten aufbauen. Nur noch wenige Plätze sind frei.

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Die Veranstaltung ist auch deshalb gut, weil die Schüler in vertrauter Umgebung Firmen kennenlernen, die ihnen sonst nicht aufgefallen wären

Berthold Fischer, Leiter der Gesamtschule Salzkotten

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»Wir haben schon im Vorfeld so viele Anfragen, dass wir erweitern müssen und das Foyer der Mensa hinzuziehen«, berichtet Wirtschaftsförderer Peter Finke. Insbesondere Handwerksbetriebe wollen sich vorstellen und auf die Suche nach Azubis machen, denn sie seien vom Fachkräftemangel am stärksten betroffen. Auch die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe wird sich mit einem Stand und mit dem Eventmobil präsentieren.

Schulleiter Berthold Fischer sieht in der Ausbildungsplatzbörse aber auch eine ideale Plattform für seine Schüler, sich zu orientieren und erste Kontakte zu knüpfen. »Etwa 90 unserer 200 Schüler der Jahrgangsstufe zehn haben einen Qualifikationsvermerk für die Oberstufe. Davon wollen nicht alle das Abitur machen, so dass etwa 110 bis 140 Schüler auf den Arbeitsmarkt drängen. Die Veranstaltung ist auch deshalb gut, weil die Schüler in vertrauter Umgebung Firmen kennenlernen, die ihnen sonst nicht aufgefallen wären«, sagt Fischer.

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Viele Firmen sind schon dazu übergegangen, auch später im Jahr noch einzustellen

Annika Dunsche (Agentur für Arbeit)

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Mittlerweile sind es nicht nur Salzkottener Unternehmen, die zur Ausbildungsplatzbörse kommen. Auch aus Nachbargemeinden wie Geseke und Lippstadt und aus Paderborn werden Betriebe dabei sein. So mancher Ausbildungsvertrag ist schon direkt am Abend vor Ort geschlossen worden. Vordringlich geht es aber zunächst darum, sich zu beschnuppern und zu orientieren.

»Viele Firmen sind schon dazu übergegangen, auch später im Jahr noch einzustellen«, weiß Annika Dunsche, Teamleiterin des gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Paderborn. Deshalb sei der März ein guter Monat für die Veranstaltung. Sie empfiehlt den Schülern, ihre Bewerbungsunterlagen mitzubringen. Denn auch ein Bewerbungscheck wird angeboten.

Rüdiger Matisz sieht das Ende der Fahnenstange beim Ausbildungs- und Fachkräftemangel noch längst nicht erreicht. »Es wird nicht besser. Wir haben erst zehn Prozent der Entwicklung hinter uns. Immer mehr Fachleute scheiden in den nächsten Jahren aus dem Arbeitsleben aus«, so Matisz. Die Stadt Salzkotten und die Agentur für Arbeit Paderborn hoffen daher, dass die 22. Ausbildungsplatzbörse wieder ein Gewinn für beide Seiten wird.

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