Passivsammler sollen in Salzkotten Stickstoffdioxidwerte ermitteln Schadstoffmessung an der B 1

Salzkotten (WB/sen). In Salzkotten wird erstmals die Luftqualität gemessen – insbesondere an der B 1. Das hat Fachbereichsleiter Ludwig Bewermeier mitgeteilt. Eine Messung der Schadstoffwerte ist mehrfach in den politischen Gremien kontrovers diskutiert worden. Zur Anwendung kommen werden nun Passivsammler.

Etwa 20.000 Fahrzeuge rollen täglich durch die Salzkottener Innenstadt. Jetzt soll die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid ermittelt werden.
Etwa 20.000 Fahrzeuge rollen täglich durch die Salzkottener Innenstadt. Jetzt soll die Belastung der Luft mit Stickstoffdioxid ermittelt werden. Foto: Neesen

Insgesamt vier Messstellen zur Ermittlung der Stickstoffdioxid-Konzentration werden eingerichtet. »Zunächst soll eine allgemeine Vorbelastung ermittelt werden. Dafür wird eine Dose im Außenbereich, im Haltiger Feld installiert«, so Bewermeier. Im Fokus steht aber die Ortsdurchfahrt.

Etwa 20.000 Fahrzeuge rollen innerhalb von 24 Stunden über die B 1

Das hohe Verkehrsaufkommen auf der Bundesstraße schüre Ängste in der Bevölkerung, teilt die Stadt mit. Etwa 20.000 Fahrzeuge rollen innerhalb von 24 Stunden über die B 1. Um eine objektive Aussage zur Belastung der Ortsdurchfahrt mit Stickstoffdioxid (NO2) treffen zu können, habe die Stadt sich dazu entschlossen, nicht auf eine Simulation per EDV-Berechnung (Luftschadstoff-Screening) zu setzen, sondern mit den Passivsammlern die konkrete Belastung zu erfassen. Dabei handele es sich aber nicht um eine Ermittlung des Feinstaubs.

Eine zweite Dose wird im Bereich des Salinenhofes in Höhe der Tankstelle angebracht. Dort konzentrieren sich die Verkehrsströme aus Upsprunge und Verne. Weitere Standorte sind am Thüler Tor und im weiteren Verlauf der Paderborner Straße. Die Messgeräte werden in einer Höhe von drei bis vier Metern angebracht und sollen insgesamt zwei Monate die Luftwerte erfassen. Ein externes Labor wertet die Daten anschließend aus.

Die Stadtverwaltung verspricht sich »konkrete, belastbare Daten«

»Wir gehen davon aus, dass wir unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter (g/m3) liegen. Sonst hätten uns die Aufsichtsbehörden längst angeschrieben. Die Salzkottener Ortsdurchfahrt ist nicht vergleichbar mit der Bahnhofstraße in Paderborn«, ist Bewermeiers Einschätzung. Die Kosten für Messung und Auswertung betrügen etwa 2000 Euro.

Zuletzt war Ende 2017 die Schadstoffmessung im Salzkottener Bau- und Planungsausschuss thematisiert worden. Der Ausschuss hatte das Screening abgelehnt, eine Messung aber befürwortet. »Beim Screening hätten wir lediglich theoretische Annäherungswerte gehabt. Wir wollen aber konkrete, belastbare Daten«, so Bewermeier. Gleichzeitig sei in der Verwaltung keine fachliche Kompetenz vorhanden, um sich mit dem komplizierten Screening-Programm, dessen Bedienungsanleitung allein 170 Seiten lang sei, zu befassen.

Verschiedene Daten über Verkehrsaufkommen oder Lkw-Verkehr hätten per Hand eingegeben werden müssen. Mit den Passivsammlern könnten nun tatsächliche Werte vor Ort ermittelt werden. Im Falle eine Überschreitung der Grenzwerte hat Ludwig Bewermeier nur eine Lösung: »Helfen kann nur, den Verkehr aus der Stadt zu verdrängen und das funktioniert nur über die B 1 neu.«

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