Unternehmen aus Raum Bielefeld erwirbt Salzkottens Wahrzeichen Dreckburg ist verkauft

Salzkotten/Bielefeld (WB). Die Salzkottener Dreckburg ist verkauft. Käufer ist ein Unternehmen aus dem Raum Bielefeld, das die Burg zu privaten Wohnzwecken vermieten wird. Das hat Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger bestätigt.

Von Marion Neesen
Eine besondere Atmosphäre schuf in der Vergangenheit stets die Illumination der Dreckburg während der Open-Air-Veranstaltungen. Bürgermeister Ulrich Berger erklärt, dass auch der neue Besitzer den Sommerkonzerten aufgeschlossen gegenüber steht.
Eine besondere Atmosphäre schuf in der Vergangenheit stets die Illumination der Dreckburg während der Open-Air-Veranstaltungen. Bürgermeister Ulrich Berger erklärt, dass auch der neue Besitzer den Sommerkonzerten aufgeschlossen gegenüber steht. Foto: Steines

»Die Stadt Salzkotten ist froh, dass die Dreckburg einen neuen Eigentümer gefunden hat, der die mehr als 650-jährige Geschichte dieses stadtbildprägenden Gebäudes im Sinne von Freya von Wahl und Erhard Christiani fortsetzen wird und auch den städtischen Events auf dem Dreckburggelände sehr aufgeschlossen gegenüber steht. Ich bin sehr zuversichtlich, dass auch in Zukunft positive Impulse für unsere Stadt von diesem historischen Ort vor den Toren Salzkottens ausgehen werden«, sagte Berger dem WESTFALEN-BLATT. Der Verkauf sei bereits erfolgt, die Übergabe stehe aber noch aus.

Einstiger Burgherr hat das Wahrzeichen zu einem Schmuckstück gemacht

Mit großem Engagement hatte Burgherr Erhard Christiani, der das Salzkottener Wahrzeichen 2002 von der Stadt gekauft hatte, zu einem Schmuckstück gemacht. Viele Veranstaltungen überregionaler Bedeutung waren somit auf dem Burggelände und in der Burg möglich. Unter anderem die Sommerkonzerte verhalfen Salzkotten und der Dreckburg zu besonderer Bedeutung. Unter anderem gastierten Musikgrößen wie Cicero, BAP, Sarah Connor und im vergangenen Jahr die Band Silbermond, die vor 5000 Besuchern spielte.

Jedes Mal für eine besondere Atmosphäre sorgte auch die Illumination der Burg. Für dieses Jahr ist das Konzert mit Adel Tawil bereits ausverkauft. Ebenso konnte das beliebte Open-Air-Kino mehrfach auf dem Burggelände veranstaltet werden. In Erhard Christiani fand die Stadt stets große Unterstützung für ihre Veranstaltungen.

Die Dreckburg wurde zwischen 1347 und 1357 erbaut

Viele Salzkottener hatten sich nach dem Tod Erhard Christianis im März 2017 und nachdem Freya von Wahl sich für einen Verkauf entschieden hatte, gefragt, wie es mit der Burg weitergehen könne. Bürgermeister Ulrich Berger hatte stets gehofft, dass es gelingen könnte, einen wirklichen Liebhaber für das Salzkottener Wahrzeichen zu finden, so wie es der Stadt vor gut 16 Jahren mit Erhard Christiani gelungen sei, um die gute Partnerschaft mit neuen Eigentümern fortsetzen zu können. Nach Informationen des Bürgermeister möchte der neue Besitzer zunächst noch nicht genannt werden.

Die Dreckburg wurde zwischen 1347 und 1357 vom Paderborner Dompropst Otto von Bentheim erbaut. Der ungewöhnliche Name leitet sich vermutlich vom althochdeutschen Begriff für Moor ab. Im Jahr 2000 hatte die Stadt Salzkotten die Dreckburg von den Nachkommen des Fürstbischofs Friedrich Wilhelm von Westphalen-Fürstenberg gekauft. Zuvor hatte das Anwesen etwa 25 Jahre lang leer gestanden.

2002 kaufte der Künstler Erhard Christiani die fast 670 Jahre alte Turmburg

1729 hatte der Osnabrücker Domherr Anton von der Asseburg die Burg erworben und sie bis 1762 umbauen lassen. Damals entstanden die zwei barocken Flügel, die der Burg ihr heutiges Aussehen verleihen. Sein Neffe Friedrich Wilhelm von Westfalen erbte 1782 die Dreckburg, die dann später ab 1802 als Gutshof fungierte. Ab 1896 blieb die verpachtete Burg mit Gutsbetrieb in der eigenen Verwaltung der Grafen von Westfalen.

2002 kaufte dann der Architekt und Künstler Erhard Christiani die inzwischen fast 670 Jahre alte Turmburg. Er veranlasste mit viel Fachkenntnis umfangreiche Sanierungsarbeiten nicht nur in der Burg selbst, sondern auch auf dem Außengelände. Das gesamte Areal mit seinem wieder intakten Gräften hat seit Christianis Engagement deutlich an Attraktivität gewonnen.

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