Öffentlicher Wohnungsbau am Nelkenweg: Salzkottener Christdemokraten lehnen zwei »massive Wohngebäude« ab CDU will auf Anwohner Rücksicht nehmen

Salzkotten (WB/sen). Über öffentlich geförderten Wohnraum wird auch in Salzkotten seit langem diskutiert. Im vergangenen Sommer hatte der Bau- und Planungsausschuss die Nutzung einer städtischen Fläche zwischen Nelkenweg und Westring in unmittelbarer Nähe des Familienzentrums Kuhbusch in Betracht gezogen, wo grundsätzlich Baurecht für drei Häuser besteht.

Am Nelkenweg stehen der Stadt noch öffentliche Flächen zur Verfügung. Die CDU schlägt hier eine behutsame Bebauung vor.
Am Nelkenweg stehen der Stadt noch öffentliche Flächen zur Verfügung. Die CDU schlägt hier eine behutsame Bebauung vor.

Die CDU-Fraktion will nun im nächsten Bau- und Planungsausschuss (20. Februar) erläutern, wie sie sich eine Nutzung des Bereiches vorstellt.

Das Gelände, angrenzend an den Wellebach und die Flächen des Familienzentrums Kuhbusch, wird seit der Entstehung des Baugebietes als Grünfläche genutzt. Ursprünglich floss durch diesen Bereich, ebenso wie durch die sich auf der anderen Seite des Westrings anschließende kleinere Fläche, der Wellebach, der im Zuge der Bebauung teilweise ein neues Bett bekam. Die besonderen Rahmenbedingungen dieses Bereiches begründen nach Ansicht der CDU-Fraktion, dass die zukünftige Nutzung der nicht bebauten Grundstücke auf die Interessen der Anwohner und Nutzer in diesem Bereich Rücksicht nimmt.

»Baumaßnahmen müssen sich in Maß und Größe der umgebenden Bebauung anpassen«, zitiert der Sprecher der CDU-Fraktion im Bau- und Planungsausschuss, Andreas Ruprecht, die Landesbauordnung und ergänzt, »wir wissen, dass dringend öffentlich geförderter Wohnraum gebraucht wird. Doch an dieser Stelle müssen wir einen guten Kompromiss zwischen der bisherigen Nutzung als Spielfläche und dem bestehenden Baurecht treffen.« Die CDU lehnt die Bebauung mit zwei massiven Wohngebäuden, vor allem auch die Errichtung einer Tiefgarage, ab. Stattdessen schlägt sie vor, entlang des Wellebaches eine Bauzeile mit Reihenhäusern vorzusehen. Die Erschließung soll über eine Privatstraße erfolgen, die vom Westring abgehe. Öffentliche Förderung dieser Häuser und die entsprechende Vermietung sei Bedingung für den Verkauf der Fläche.

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Wir müssen einen guten Kompromiss zwischen der bisherigen Nutzung und bestehendem Baurecht treffen.

Andreas Ruprecht

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Die verbleibende Fläche zum Nelkenweg soll nach CDU-Auffassung weiterhin frei genutzt werden können. Um das für die Zukunft abzusichern, soll das Baurecht in diesem Teil der Fläche entfallen. Damit ist gewährleistet, dass dort nicht mehr gebaut werden kann.

An der östlichen Spitze des Geländes kann sich die CDU einige Parkplätze vorstellen, die von den Angestellten und Besuchern des Familienzentrums, außerhalb der Öffnungszeiten aber auch von Anwohnern, genutzt werden können. »Die Planung war in früheren Jahren nicht immer optimal. Es gibt in diesem Gebiet zu wenig Parkplätze« begründet Annette Stracke, stellvertretende Fraktionsvorsitzende, diesen Teil der Überplanung.

»Wir nehmen die berechtigten Einwände der Anwohner gerne auf und versuchen, mit der vorgeschlagenen Lösung aber auch der Notwendigkeit neuer Wohnungen, die öffentlich gefördert und damit erschwinglich sind, nachzukommen«, begründet Stracke die Initiative der CDU, für diese Fläche ein Konzept zu verabschieden, das langfristig eine städtebaulich sinnvolle Nutzung festschreibt und die Anwohner vor Überraschungen bewahrt.

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