2200 Besucher kommen für das Konzert von Roger Cicero an die Dreckburg Sinatras Klassiker im Regen

Salzkotten (WB). In drei Monaten wäre Frank Sinatra 100 Jahre alt geworden. Roger Cicero widmet sich auf den deutschen Bühnen derzeit ausgiebig den Werken des Altmeisters der Swing- und Popmusik. Am Samstag war der deutsche Sänger damit zu Gast an der Dreckburg.

Von Mike-Dennis Müller
Mücken in der Nase, ein zu stark eingesteller Spot und Regen vor der Bühne: Roger Cicero hat die Gegebenheiten seines Auftritts in Salzkotten mit Humor gemeistert. Auch den Namen Dreckburg nahm der deutsche Sänger aufs Korn.
Mücken in der Nase, ein zu stark eingesteller Spot und Regen vor der Bühne: Roger Cicero hat die Gegebenheiten seines Auftritts in Salzkotten mit Humor gemeistert. Auch den Namen Dreckburg nahm der deutsche Sänger aufs Korn. Foto: Mike-Dennis Müller

2200 Zuhörer erwarteten Cicero am Abend. Die große Bühne zwischen Äckern, Hofhäusern und der bunt illuminierten Burg bot Cicero und seiner eigenen Big Band genug Platz, sich mehr als zwei Stunden lang musikalisch auszutoben. Bei dem Namen des Gastspielorts hatte der Charmeur im schwarzen Anzug zunächst nichts Gutes geahnt. »Da wussten wir ehrlich gesagt nicht so ganz, was uns da erwarten würde«, erzählte der 45-Jährige ganz offen. »Aber wir waren dann doch noch positiv überrascht, als wir hier heute ankamen.«

Die Roger-Cicero-Big-Band sorgt beim Konzert für musikalische Begleitung, die bestimmt auch Frank Sinatra selbst gefallen hätte. Foto: Müller

Mit Frank Sinatra hat sich Cicero, der eigentlich eher für Küchen-Jazzpoplieder wie »Zieh' die Schuhe aus« oder »Frauen regier’n die Welt« bekannt ist, eingehend beschäftigt. Sein Publikum lässt er nicht nur an den dabei entstanden Cover-Versionen großer Sinatra-Hits teilhaben. Auch jede Menge Hintergrundwissen teilt er mit seinen Zuhörern. »1300 Lieder hat Frank Sinatra zu Lebzeiten aufgenommen«, erzählt Cicero. »Alle davon werden wir aber heute Abend natürlich nicht schaffen.«

Für viele richtig große Werke hat es dann aber doch gereicht. »Come Fly With Me«, »I’ve Got You Under My Skin« oder »Cheek to Cheek« performt der gebürtige Berliner fast mit genauso viel Leidenschaft wie einst Sinatra. Ganz so stark wie die Stimme des New Yorkers ist seine dann aber doch nicht. Und auch die ein oder andere Improvisation dürfte gerne etwas einfallsreicher sein.

Dennoch: Mit der Musik Frank Sinatras scheint Roger Cicero endlich ein Metier gefunden zu haben, das nicht nur gut zu ihm passt, sondern das auch einer breiteren Zuhörermasse zu gefallen vermag.

Mit den Widrigkeiten seines Auftritts geht der Frauenschwarm im mittleren Alter indes ganz entspannt um. Kurze Lachanfälle auf der Bühen erklärt er später mit Mücken, die in seine Nase geflogen seien. Und das Publikum hält für ihn sogar dem Regen stand.

Kommentare

Frank Sinatra bleibt Frank Sinatra und Roger Cicero kann ihm das Wasser
nicht reichen, stimmlich nicht und auch nicht in der Performance.
Er sollte bei seinen eigenen Songs bleiben, statt so einen großen
Musiker zu covern.

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