Drastisch verkleinerter Vorplatz sorgt für Kritik – Jetzt muss der Rat entscheiden Ausschuss vertagt Entscheidung zum Bahnhof

Paderborn (WB). Der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Paderborn hat Donnerstagabend die Entscheidung über einen 1,9 Millionen-Euro-Zuschuss für den Neubau des Bahnhofs vertagt. Das Thema wurde lediglich beraten, einen Beschluss gab es nicht. Den soll nun der Stadtrat am Mittwoch, 11. Juli, fällen.

Von Ingo Schmitz
So sieht der inzwischen überarbeitete Entwurf für die Fassade des Bahnhofs und des Hotels aus.
So sieht der inzwischen überarbeitete Entwurf für die Fassade des Bahnhofs und des Hotels aus. Foto: Ingo Schmitz

Trotz der Freude darüber, dass das Bahnhofs-Projekt nun endlich Formen annimmt, herrschte im Bauausschuss nicht nur eitel Sonnenschein. Heftige Kritik kam von den Grünen. »Wir sind froh, dass etwas passieren soll«, sagte Stefan Schwan. Man befürchte aber durch die deutliche Verkleinerung des Bahnhofs-Vorplatzes ein Verkehrschaos zwischen Bahnreisenden, Radfahrern, Fußgängern, Bus- sowie Taxi-Fahrgästen. Ein Ortstermin habe gezeigt, dass durch die Ausdehnung des neuen Gebäudes der Vorplatz mehr als halbiert werde, so die Grünen. »Wie auf den verbliebenen Flächen der Verkehr organisiert werden soll, hat anscheinend niemand bedacht«, behaupteten die Grünen. Zu dem Vorwurf nahm die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke Stellung. Sie verwies darauf, dass die verbleibende Fläche zwischen sieben und neun Metern breit sei. Es sei zudem zu überlegen, für den Radverkehr einen Schutzstreifen auf der Fahrbahn anzulegen.

»Friss oder stirb«-Methode

Doch die Grünen hatten noch mehr Kritikpunkte – vor allem die unklare Situation der Fahrradstellplätze wurde bemängelt. Auch hier gab die Verwaltung Entwarnung: Über das Radparkhaus sei noch zu diskutieren, sagte Warnecke. Bedenken angesichts der drastischen Verkleinerung des Vorplatzes äußerte auch SPD-Fraktionschef Franz-Josef Henze. Bauschmerzen bereite ihm zudem der städtische Zuschuss für den Bahnhof in Höhe von 1,9 Millionen Euro. »Die Stadt sowie die Bahn als auch die Firma Bremer haben dargelegt, dass es aus wirtschaftlicher Sicht nur diese Lösung gibt«, fasste Henze zusammen. Dennoch falle es schwer, die »Friss oder stirb«-Methode zu akzeptieren.

CDU-Fraktionschef Markus Mertens stellte klar, dass die Union die genannten Problemfelder nicht vom Tisch wische. Aber: Die Probleme seien lösbar. Er bewertete die gestern erstmals vorgestellte Überarbeitung der Außenfassade mit Naturstein und Glas als positiv. Zudem sei es gut, dass der Investor Bremer einen Gestaltungsbeirat zulassen wolle. CDU-Ratsherr Karsten Grabenströer appellierte an die Grünen, das Ende des »grauenhaften Bahnhofs« nicht zu blockieren. »Der war nie schön«, sagte er. Und auch Ratsherr Christoph Quasten mahnte: »Der Bahnhof ist keine Zierde. Wir brauchen eine Visitenkarte für das Oberzentrum.« Claudia Warnecke machte deutlich, dass es bei dem Projekt ohne Kompromisse nicht gehen werde.

Kommentare

Neuer Bahnhof keine Zierde

Der neue bahnhof mag den Investoren viel Geld bringen, aber schön ist er nicht und für die vielen Bahnfahrer (vor allem Studenten) absolut ungeeignet. Offensichtlich macht man die Rechnung ohne die zukünftigen Bahnkunden.
1. Muss die Stadt für die 1,9 Millionen einen Gegenwert bekommen, wie der auch immer gestaltet sein mag.
2. Ist es absolut fahrlässig und rückwärts gewand den Fahrradverkehr auf die Bahnhofstraße zu verlagern. Wie kann man ernsthaft so einen Vorschlag machen?

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