Student wohnt neben dem Bombenfund »So etwas kenne ich aus Indien nicht«

Paderborn (WB). Zu den Nachbarn des Bombenfundortes im Paderborner Peter-Hille-Weg gehört Vishal Kumar Singh. Der 25-jährige Student aus Indien blickt von seinem Zimmer aus direkt auf das Grundstück – dorthin, wo noch die scharfe Luftmine liegt.

Von Ingo Schmitz
Vishal Kumar Singh ist Student und kommt aus Indien. Von seinem Zimmer aus blickt er direkt auf den Bombenfund im Peter-Hille-Weg.
Vishal Kumar Singh ist Student und kommt aus Indien. Von seinem Zimmer aus blickt er direkt auf den Bombenfund im Peter-Hille-Weg. Foto: Ingo Schmitz

Er habe in der vergangenen Woche einen Schrecken bekommen, als er das Foto von dem betreffenden Haus in der Zeitung gesehen habe. »Ich habe es sofort wieder erkannt. Wenn ich morgens die Vorhänge von meinem Fenster öffne, schaue ich direkt auf das Gebäude«, berichtet er.

Eine Evakuierung – so etwas kennt er aus Indien nicht, sagt der junge Mann, der seit knapp zwei Jahren in Paderborn lebt. »In Indien haben wir Probleme mit Terrorismus«, erzählt er. Aber Bomben? Sein Vater, der beim Militär gewesen sei, habe ihm einiges darüber erzählt. Jetzt bekommt der junge Inder die Folgen des Zweiten Weltkriegs hautnah mit.

Hat er Angst? »Nein, eigentlich nicht. Aber ich mache mir schon Sorgen um die Menschen, die die Bombe entschärfen müssen«, sagt Singh. Zusammen mit den rund 150 weiteren Bewohnern des Studentenheims wird er am Sonntagmorgen das Haus verlassen. Er wird sich einen Arbeitsplatz im Heinz-Nixdorf-Institut suchen, wo er freien Zugang zum Internet hat. »Ich muss meine Arbeit weiter schreiben. Ich kann es mir nicht leisten, an diesem Tag nichts zu tun«, erklärt der Informatik-Student.

Sein Laptop, ein paar Bücher und seine Ausweispapiere will er mitnehmen. »Mehr brauche ich nicht«, stellt er fest. Er hofft, dass er am Sonntagabend wieder in seinem Bett schlafen kann.

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