Am Sonntag sind in Paderborn 206 Straßen von der Evakuierung betroffen – mit Video Nach Bombenfund: 1000 Helfer im Einsatz

Paderborn (WB). Mehr als 1000 Polizisten, Feuerwehrmänner und Sanitäter aus ganz Ostwestfalen-Lippe werden am Sonntag eingesetzt, wenn in Paderborn 26.300 Menschen ihre Häuser verlassen müssen.

Von Christian Althoff
In der Nähe der Paderborner Universität wurde bei Gartenarbeiten die 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe entdeckt. Ein Minibagger des Kampfmittelbeseitigungsdienstes steht bereits parat.
In der Nähe der Paderborner Universität wurde bei Gartenarbeiten die 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe entdeckt. Ein Minibagger des Kampfmittelbeseitigungsdienstes steht bereits parat. Foto: Jörn Hannemann

 Vor einer Woche war im Garten einer Familie eine 1,8 Tonnen schwere Fliegerbombe entdeckt worden. Seitdem bereitet ein Krisenstab die wohl umfangreichste Evakuierung der Nachkriegsgeschichte in Ostwestfalen-Lippe vor.

In der Evakuierungszone, die einen Durchmesser von drei Kilometern hat, müssen 206 Straßen geräumt werden (Lageplan und Straßenliste auf der Hompepage der Stadt Paderborn) . Die Husener Straße, an der zwei Krankenhäuser liegen, wird am Sonntag um 6 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Dann werden Krankenwagenkolonnen vorfahren, um die mehrere hundert Patienten des Brüderkrankenhauses und der St.-Vincenz-Frauen- und Kinderklinik in Sicherheit zu bringen. Ordnungsamtsleiter Udo Olschewski: »Krankenhäuser in Nachbarstädten und -Kreisen nehmen unsere Patienten auf.«

 Ab 10 Uhr wird – wie berichtet – niemand mehr in die Sperrzone hineingelassen, bis 12 Uhr müssen alle Menschen das Gebiet verlassen haben. Ab 13 Uhr wird der Bahnverkehr zwischen Paderborn und Altenbeken eingestellt, bereits ab 10 Uhr wird der Haltepunkt Paderborn/Kasseler Tor nicht mehr angefahren.

Video der Pressekonferenz von Dienstag

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Für diejenigen, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen, richtet der Krisenstab zwei Betreuungszen­tren ein – die Benteler-Arena und die Maspernhalle. In beiden Zentren werden die Menschen verpflegt. »Niemand sollte in Erwägung ziehen, heimlich in seiner Wohnung zu bleiben. Das Ding ist verdammt gefährlich«, warnte Ordnungsamtschef Olschewski.

Geht alles glatt, sollte die Bombe gegen 17 Uhr entschärft sein. Gelingt es nicht, alle drei Zünder herauszuschrauben, wird die Aktion nach dem aktuellen Planungsstand abgebrochen. Die Menschen dürften zurück in ihre Häuser. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst würde dann in den folgenden Tagen sein weiteres Vorgehen planen.

www.westfalen-blatt.de/OWL/Bombenfund

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