Trotz immer mehr Hochschülern sinkt die Zahl öffentlich geförderter Unterkünfte Weniger Wohnraum für Studenten

Bielefeld/Paderborn (WB). Obwohl sich immer mehr junge Menschen an den Unis einschreiben, gibt es für sie weniger öffentlich geförderten Wohnraum. Das belegt eine aktuelle Übersicht, die NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) jetzt auf Anfrage des Bielefelder Grünen-Abgeordneten Matthi Bolte-Richter vorgelegt hat. Von 2015 bis 2016 sank demnach die Zahl der Wohnheimplätze samt öffentlich geförderter Wohngelegenheiten privater Anbieter NRW-weit von 52.251 auf 50.636 – ein Rückgang um 3,2 Prozent. Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor.

Von Bernd Bexte
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Während die Zahl der von den zwölf Studentenwerken verwalteten Wohnheimplätze leicht um 370 auf 38.916 stieg, ging die der Privatanbieter um fast 2000 auf 11.720 zurück. In OWL gab es allerdings etwas weniger Wohnheimplätze: Im Bereich des Studentenwerks Bielefeld sank die Zahl der Wohnheimplätze um neun auf 2662, beim Studentenwerk Paderborn waren es mit 1512 sieben weniger als 2015.

Tilgungsnachlässe zwischen 20 und 30 Prozent

Das Land fördert den Bau von Studentenbuden mit zinsverbilligten Darlehen und Tilgungsnachlässen zwischen 20 und 30 Prozent, in Einzelfällen auch darüber hinaus. Neben dem Neubau werden auch die Erweiterung (Aufstockung/Anbau) und der Umbau von bestehenden Wohnheimen oder Gebäuden gefördert. Dafür steht von 2018 bis 2022 ein Sonderkontingent in Höhe von jährlich 50 Millionen Euro zur Verfügung. Zu Beginn 2017 befanden sich in NRW knapp 1000 Wohnheimplätze im Bau. Weitere 714 Wohnheimplätze seien in der Planung, teilt Ministerin Pfeiffer-Poensgen mit.

Seit Jahresbeginn seien auch die Förderkonditionen verbessert worden: Die Förderpauschalen und die Mietobergrenzen wurden angehoben. Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung habe zudem einen »intensiven Dialog mit den Studentenwerken darüber begonnen, wie bestehende Umsetzungshindernisse beim Bau von Studierendenwohnraum beseitigt werden können, damit die Fördermittel kontinuierlicher abfließen«, teilt Pfeifer-Poensgen mit.

NRW-Ministerium fördere die Sanierung von ausgewählten Wohnheimen

Das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft fördere die Sanierung von ausgewählten Wohnheimen, darunter auch Standorte des Studentenwerks Paderborn. In den Jahren 2017 bis 2019 würden insgesamt 40 Millionen Euro aus dem Hochschulpakt fließen, um stark sanierungsbedürftige Bausubstanz erhalten zu können »und so den Abbau mehrerer Hundert Wohnheimplätze zu verhindern«. Den betroffenen Studentenwerken werde 40 Prozent der Gesamtbaukosten zur Verfügung gestellt. Den Rest müssen sie selbst finanzieren.

Die Zahl der Studenten ist NRW-weit vom Wintersemester 2009/10 bis 2016/17 von gut 502.000 auf mehr als 768.000 gestiegen. Zahlen über das Angebot von Wohngelegenheiten privater Vermieter ohne öffentliche Förderung gibt es nicht.

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