Bürger fürchten Umleitungsverkehr und Verlust von 20 Linden – mit Video Viele Fragen zur neuen Brücke

Paderborn (WB). Drei Jahre Bauzeit ist zu lang. Das ist die einhellige Meinung der Bürgerversammlung gewesen, in der am Mittwochabend über den Neubau der Bahnhofsbrücke informiert wurde. Die Technische Beigeordnete Claudia Warnecke und Norbert Strathmann von der DB Netz AG stellten sich den Fragen der Anwohner des Riemekeviertels.

Von Ingo Schmitz
Diese 20 Linden an der Bahnhofstraße sind in einem guten gesundheitlichen Zustand. Dennoch müssen sie wohl im Zuge des Brückenneubaus abgeholzt werden. Das hängt mit der Höherlegung der Brücke zusammen
Diese 20 Linden an der Bahnhofstraße sind in einem guten gesundheitlichen Zustand. Dennoch müssen sie wohl im Zuge des Brückenneubaus abgeholzt werden. Das hängt mit der Höherlegung der Brücke zusammen Foto: Jörn Hannemann

Alternative Varianten, mögliche Umleitungsstrecken und das geplante Fällen von 20 stadtbildprägenden Linden: Das waren die Dinge, die den Bürgern am Herzen lagen.

Warum müssen im Zuge des Brückenneubaus die 20 Linden an der Bahnhofstraße gefällt werden?

Das hängt damit zusammen, dass die neue Brücke höher wird als die alte. Das hängt mit den Vorgaben der Bahn zusammen. Bahnsprecher Strathmann verweist darauf, dass die Erhöhung zwingend sei. Das habe zur Folge, dass die Böschung angefüllt werden müsse, die 20 Linden würden dadurch ein großes Stück im Erdreich verschwinden. Allerdings soll es nach dem Neubau in diesem Bereich Ersatzpflanzungen geben, verspricht Warnecke.

Warum kann die Bahntrasse nicht tiefer gelegt werden?

Diese Maßnahme hätte weitreichende Folgen, sagt der Bahnsprecher. Bei einer Tieferlegung um einen Meter habe dies Auswirkungen auf einen Kilometer Gleis.

Warum wird die T-Variante nicht weiter verfolgt?

Bei der so genannten T-Variante würde die Bahnhofstraße nicht in einer Linkskurve Richtung B1, sondern geradeaus zum Heinz-Nixdorf-Ring weiter gebaut. Claudia Warnecke macht darauf aufmerksam, dass hier Häuser stehen. Die Eigentümer seien nicht bereit, wegzuziehen. Sie müssten enteignet werden. Zudem stoße die Bahnhofstraße bei dieser Trassenführung beim Heinz-Nixdorf-Ring direkt auf eine Brücke.

Kann man neben der jetzigen Brücke die neue errichten?

Nach Angaben des DB-Sprechers sei alles möglich – aber es sei eben auch eine Frage der Kosten. Die Kosten für das jetzige Bauvorhaben werden auf sechs Millionen Euro geschätzt. Alternative Varianten würden mit 20 Millionen Euro zu Buche schlagen. Erhebliche Mehrkosten entstehen zum Beispiel dann, wenn die Strommasten der Bahntrasse verlegt werden müssten. Auch eine Untertunnelung ist übrigens geprüft worden. Neben den Mehrkosten hätte ein Tunnel weitreichende Folgen für das Stadtbild.

Ließe sich die Trasse verschwenken, um zumindest die Bäume zu retten?

Das sei schwierig, weil dann die notwendigen Kurvenradien für Lastwagen nicht mehr erreicht würden, meint Claudia Warnecke. Zudem sei dort nicht genug Platz.

Wieso sind nur drei Fahrspuren vorgesehen?

Für mehr Spuren sei kein Platz, sagt Claudia Warnecke. Zudem wolle man keine weiteren Anreize schaffen, über die Bahnhofstraße in die Stadt zu fahren.

Werden Riemeke- und Wollmarktstraße zu Umleitungsstrecken?

Dazu sagt die Stadt derzeit nichts, weil die Planung noch nicht weit genug sei.

Wie geht es jetzt weiter?

René Maidowski, Sprecher der Interessengemeinschaft Das Riemeke, kündigte an, dass die Stadt informiert, sobald es neue Informationen gibt. Das wird voraussichtlich im Herbst 2018 sein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.