Paderborner Profi-Taucher üben für WWF-Einsatz Geisternetzen auf der Spur

Paderborn (WB/bma). Er hat mehr als 3000 Tauchgänge auf dem Buckel und unvorstellbare Dinge unter Wasser erlebt. Mitte Mai wird’s für Tauch-Profi Uli Baumhör und seine Kollegen von Odins Tauchteam wieder spannend. Dann geht es für die Naturschützer vom WWF ins Wasser, um Schleppnetze aus Ost- und Nordsee zu bergen.

Uli Baumhör (rechts) und sein Tauchkollege Wolfgang Quack üben im Lippesee für den Einsatz in Ost- und Nordsee.
Uli Baumhör (rechts) und sein Tauchkollege Wolfgang Quack üben im Lippesee für den Einsatz in Ost- und Nordsee. Foto: Besim Mazhiqi

Geübt wird diese gefährliche Aufgabe seit dem Wochenende im heimischen Lippesee. Baumhör: »Die Gefahren sind vielfältig. Umhertreibende Schleppnetze schädigen die Um- und Tierwelt massiv und sind gefährlich für die Schifffahrt, weil sie sich in den großen Schrauben verfangen. Uns Tauchern können sie jederzeit zum Verhängnis werden, sollten wir uns darin verfangen.« Nicht umsonst gehöre ein Messer zur Standardausrüstung eines Tauchers, um sich aus solchen Lagen befreien zu können.

Tausende Tonnen dieser Geisternetze treiben laut Baumhör in den Weltmeeren umher. Zu ihnen gehören sowohl die großen Taue aus der Anfangszeit der Fischerei als auch die modernen Nylon-Netze. Ihre Halbwertszeit: bis zu 5000 Jahre. »Auch deshalb ist unser mittlerweile zweiter Einsatz für das WWF so wichtig«, sagt der 54-Jährige. Die Meere würden sukzessive vermüllen. Ein Zustand, der Tier- und Umwelt gefährde.

Handys, Tresore und Mofas im Lippesee gefunden

Damit sein Team von 20 Tauchern gut auf den einwöchigen Einsatz in den Tiefen des Ozeans vorbereitet ist, werden allerlei mögliche Szenarien im Lippesee nachgestellt. Hier habe er schon jede Menge Gegenstände unter Wasser gefunden, erzählt Baumhör. »Handys, Tresore und Mofas gehören zum Beispiel dazu.« Geborgen werden diese mit sogenannten Hebesäcken, die mit Luft befüllt werden und bis zu vier Tonnen Last vom Meeresboden an die Oberfläche hieven können.

Mit seinem Kollegen Wolfgang Quack bereitet Baumhör die vielfältige Unterwasserwelt im Lippesee am Sonntag für die kommenden Tauchgänge vor. Leinen werden verlegt. Das Tauchen mit Kompass wird geübt. Ebenso das Flossenschlagzählen, um Entfernungen abschätzen zu können.

Ein Höhepunkt im Lippesee: Ein neugieriger Schwarm Barsche, eine richtige Bande, wie Baumhörs Lebensgefährtin Tina Kröning erzählt, schaue oft neugierig bei der Arbeit zu. »Die Unterwasserwelt ist faszinierend«, sagt die 47-Jährige. Diese Faszination und die Vielfalt zu erhalten, darum gehe es bei dem WWF-Einsatz.

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