Friedrich-Ebert-Stiftung sammelt in Paderborn Anregungen von Bürgern Was wünschen sich Bürger für den Kreis Paderborn?

Paderborn (WB/bel). Wie soll der Kreis Paderborn bei Arbeit, Leben und Bildung in 2030 aussehen? Dazu hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen und in Workshops stellen 60 Teilnehmer zentrale Wünsche zusammen, die jetzt in die Politik als kleine Leitbilder einfließen sollen.

Sammeln auf der Plattform der Ebert-Stiftung Handlungsfelder für die Politik (von links): Jürgen Schmidt, Silke Kohaupt, Martin Menacher und Burkhard Blienert.
Sammeln auf der Plattform der Ebert-Stiftung Handlungsfelder für die Politik (von links): Jürgen Schmidt, Silke Kohaupt, Martin Menacher und Burkhard Blienert. Foto: Bernhard Liedmann

Auf Initiative des SPD-Kreisvorsitzenden Burkhard Blienert hatte die Stiftung Bürger aus allen gesellschaftlichen Bereichen eingeladen, um Handlungsfelder und Vorstellungen zu den Bereichen Arbeit, Leben und Bildung zu sammeln. Moderatoren stellten schließlich die Ergebnisse nach mehrstündigen Workshops vor, die als Memoranden an die Politik gehen. Für den Themenbereich Arbeit sah DGB-Gewerkschaftssekretär Martin Menacher Handlungsbedarf bei Regelungen für mobiles Arbeiten und den befristeten Arbeitsverträgen junger Berufseinsteiger.

Bezahlbarer Wohnraum war für Jürgen Schmidt ein Zukunftsthema

Die Bedeutung des Themas Arbeit und Familie sei jüngst auch durch die Befragung der IG Metall zu den Tarifverhandlungen deutlich geworden. Mangelnde Tarifbindungen und fairer Lohn seinen weitere Themen der Teilnehmer gewesen, um die sich auch der DGB stärker kümmern wolle. Gewünscht werde auch eine qualitative Aufwertung der Berufsausbildung und der betrieblichen Weiterbildung.

Bezahlbarer Wohnraum war für Moderator Jürgen Schmidt ein zentrales Zukunftsthema. Seine Workshop-Teilnehmer hätten die jüngste Initiative in Paderborn für eine Wohnungsbaugesellschaft begrüßt. Bei Projekten wie dem Mehrgenerationen-Wohnen fehlten die Familien zwischen Kita und Betreutem Wohnen. Eine weitere Forderung seien Kulturangebote für freie Gruppen abseits der kommerziellen Angebote. Ihnen müsste Raum wie beispielsweise bei der Kulturwerkstatt in Paderborn gegeben werden. Das gleiche gelte für Treffpunktmöglichkeiten in den Quartieren. Voraussetzung sei auch hier eine bezahlbare Mobilität. 30 Euro für eine Familienfahrt von Bad Wünnenberg nach Paderborn sei einfach zu viel, führte ein Teilnehmer konkret an.

Bildung muss finanziell erschwinglich sein

Im Bereich der Bildung stellte Moderatorin Silke Kohaupt insbesondere eine gute Infrastruktur von Schulen und deren Ausstattung als Voraussetzung für vielfältiges lebenslanges Lernen heraus. Auch finanziell müsse Bildung erschwinglich sein, ob bei der Meisterausbildung oder beim Studium. Gerade in der jüngeren Generation fehle es derzeit oft an Alltagskompetenzen. Kinder könnten zwar eine Hifi-Anlage bedienen, kämen aber oft mit Messer und Gabel nicht zurecht. Viele Bildungsangebote wie Musikunterricht oder Sportkurse kosteten Geld, hier könne die OGS jedoch eine Chance auf eine breite kulturelle Bildung bieten. Wertevermittlung oder das Grenzen setzen seien hier ebenfalls wichtige Kompetenzen.

In einem Jahr will die Ebert-Stiftung erneut nach Paderborn kommen, um dann eine kleine Bilanz der Anregungen zu ziehen.

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