Torsten Sträter bietet durchweg amüsanten Abend »Dafür komme ich in die Hölle«

Paderborn (WB). »Es ist nie zu spät, unpünktlich zu sein«: So heißt das neue Programm von Torsten Sträter, das er am Samstagabend in der nahezu ausverkauften Paderhalle vorstellte. Es wird ein durchweg amüsanten Abend.

Von Ulrike Florschütz
Torsten Sträter begeisterte in der Paderhalle.
Torsten Sträter begeisterte in der Paderhalle.

Pünktlich um acht, wer hätte das gedacht, betritt er ganz in schwarz gekleidet die Bühne. Sein Markenzeichen, die unverkennbare Strickmütze, gehört natürlich mit zum abendlichen Outfit. Sofort sucht er den Kontakt zum Publikum – und hat es ruckzuck auf seiner Seite. Daran können auch so gewagte Thesen wie »Von Paderborn aus ist die Erde eine Scheibe« nichts mehr ändern. Mit angenehm sonorer Stimme kommt er von Hölzken auf Stöcks­ken, nutzt jeden Huster im Publikum, um sich ablenken zu lassen und hat sichtlich Spaß bei seinem Auftritt.

Auch das Publikum amüsiert sich bestens. Nur der analytisch denkende und leicht ungeduldige Zuhörer hadert mit dem planlosen Geschehen auf der Bühne. Insgeheim und nur für sich beschließt er eine kleine Änderung des Programmtitels: »Es ist nie zu spät, um auf den Punkt zu kommen« passt einfach viel besser.

Torsten Sträter, vielen bekannt durch seine regelmäßigen Fernsehauftritte bei Dieter Nuhr im ersten Programm, sammelt sinnlose Formulierungen und mag Phrasen. »Das Zimmer räumt sich nicht von alleine auf« und »Wir sind hier nicht bei den Hottentotten« sind Sätze, die jeder auch von seiner eigenen Mutter schon mal gehört hat. So unterstreicht der 51-jährige Comedy-Schriftsteller die Nähe zu seinem Publikum. Wir haben das gleiche erlebt. Dafür gibt es immer wieder Zwischenapplaus.

Nach der Pause geht es deutlich unter der Gürtellinie weiter. Es wird so zotig, dass sogar Sträter vermutet: »Dafür komme ich in die Hölle.« Die muss allerdings noch ein bisschen warten. Erst einmal geht es nach Afrika, genauer gesagt nach Windhoek. Natürlich verläuft bei dieser Reise nicht alles nach Plan. Nicht nur, dass Sträters Koffer nicht am Flughafen ankommt, sondern separat verreist ist, auch das Leitungswasser im Hotel bringt den Gast in Schwierigkeiten. Duschen ist unmöglich und mit 0,3 Liter Mineralwasser wird man nicht sauber.

Torsten Sträter bringt nicht die ganz großen Pointen, aber er erzählt solide und ohne jede Spur von Nervosität. Der ausgebildete Herrenschneider, der auch schon etliche Jahre für eine Spedition gearbeitet hat, hat seine Bühne gefunden. Solange »noch einer zuckt oder lacht«, macht er weiter.

Gerne gibt er nach über zwei Stunden Auftritt noch eine Zugabe. »Ich weiß nicht, wann Schluss ist.« Was etwas traurig beginnt, er schickt eine SMS an seine tote Mutter, wird zu einer witzig absurden Geschichte, die nochmal gehörig die Lachmuskeln strapaziert. Das Publikum bedankt sich mit einem ordentlichen Schlussapplaus für einen durchweg amüsanten Abend.

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