Sparkasse Paderborn-Detmold senkt Personal- und Sachkosten Kundenberatung bald per Video

Paderborn (WB). Mit Einsparungen hat sich die Sparkasse Paderborn-Detmold 2017 gegen die anhaltenden Niedrigzinsen, mehr Regulatorik und Kosten der Digitalisierung gestemmt. Beim Ergebnis vor Bewertung büßte die größte Sparkasse in OWL letztlich 8 Prozent auf 67,9 Millionen Euro ein.

Von Oliver Horst
Die Sparkasse Paderborn-Detmold – hier die Hauptstelle in der Paderborner Hathumarstraße – ist die Nummer 1 unter den Geldsinstituten in Ostwestfalen-Lippe. Künftig will sie verstärkt in die Digitalisierung investieren.
Die Sparkasse Paderborn-Detmold – hier die Hauptstelle in der Paderborner Hathumarstraße – ist die Nummer 1 unter den Geldsinstituten in Ostwestfalen-Lippe. Künftig will sie verstärkt in die Digitalisierung investieren. Foto: Jörn Hannemann

Bei einer um 2,7 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro gestiegenen Bilanzsumme bewegt sich das Institut bei der Rentabilität damit genau im Schnitt aller Sparkassen in Westfalen-Lippe. Der Überschuss bleibt mit 18,3 Millionen stabil zum Vorjahr. Vorstandsvorsitzender Hans Laven zeigte sich angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen zufrieden: »Wir sind die Herausforderungen aktiv angegangen«, sagte Laven. Die Sparkasse habe sowohl ihre Personalkosten (78 Millionen) als auch ihre Sachkosten (37 Millionen) gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 700.000 Euro reduziert.

Das geschah vor allem über geringere Personalkosten. Einerseits, weil Mitarbeiter das Angebot nutzten, für fünf Tage unbezahlten Urlaub einen Tag bezahlten Urlaub extra zu bekommen. Zum anderen durch eine Reduzierung der Belegschaft. Das ging aber vor allem auf die geringere Zahl an Auszubildenden zurück, die von 146 auf 92 sank. Fast allen 67 Azubis, die ihre Ausbildung 2017 beendeten, sei aber ein Vertrag angeboten worden. Die Zahl der Mitarbeiter ohne Azubis nahm so nur um 10 auf 1184 ab.

Netz von 56 Geschäftsstellen

Unverändert blieb derweil das Netz der 56 Geschäftsstellen. Nur die Zahl der SB-Filialen wurde von 22 auf 21 reduziert. »Wir sind zufrieden, dass wir im aktuellen Niedrigzinsumfeld unsere Filialstruktur aufrecht erhalten konnten. Gerade weil wir um die Bedeutung persönlicher Nähe zu unseren Kunden wissen, bleiben wir in allen Kommunen vertreten«, erklärte Vorstand Hubert Böddeker. 2016 hatte die Sparkasse noch 19 Filialen geschlossen.

Mehr als eine Million Euro sei zudem in die Modernisierung der Geschäftsstellen investiert worden. »Daneben haben wir aber auch 1,1 Millionen Euro in die Weiterentwicklung unserer technischen Infrastruktur investiert«, erklärte Vorstand Andreas Trotz. Der Trend zur Nutzung digitaler Kanäle sei ungebrochen. Bei den Privatkunden sei der Anteil der Nutzer des Onlinebankings auf 56 Prozent gestiegen, bei gewerblichen Kunden liege er inzwischen bei 80 Prozent.

Das digitale Angebot solle weiter ausgebaut werden. In den nächsten Monaten werde eine ­videobasierte Beratung eingeführt. Damit könnten sich zunächst Privatkunden ortsunabhängig, etwa vom eigenen Wohnzimmer aus, montags bis freitags zwischen 8 und 20 Uhr zu verschiedenen Themen beraten lassen. Aber auch die alltäglichen Geschäftsvorgänge sollen weiter digitalisiert werden. So solle noch in diesem Jahr kontaktloses Bezahlen mit der Sparkassen-App auf dem Smartphone möglich sein.

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