Goerdeler-Schülerinnen forschen für nachhaltige Plastiktüte Kartoffelstärke ist Testsieger

Paderborn (WB). Drei Schülerinnen des Goerdeler-Gymnasiums entwickeln eine nachhaltige Plastiktüte. Ihre Ergebnisse stellen Tammy Schade, Julia Merschmann und Maja Hörstmann beim Regionalwettbewerb Jugend forscht im Heinz-Nixdorf-Museumsforum (HNF) vor.

Von Julia Queren
So sieht es aus, wenn Jugend forscht: Tammy Schade und Julia Merschmann (von rechts) haben mit ihrer Klassenkameradin Maja Hörstmann Folien für nachhaltige Plastiktüten hergestellt und getestet. Die Ergebnisse präsentieren sie morgen im HNF.
So sieht es aus, wenn Jugend forscht: Tammy Schade und Julia Merschmann (von rechts) haben mit ihrer Klassenkameradin Maja Hörstmann Folien für nachhaltige Plastiktüten hergestellt und getestet. Die Ergebnisse präsentieren sie morgen im HNF. Foto: Besim Mazhiqi

Wer seine Einkäufe in einer Plastiktüte nach Hause transportieren will, bekommt – wenn überhaupt – nur noch gegen Geld eine ausgehändigt. Mehr und mehr verschwinden die Einwegtüten aus den Geschäften. Diese Erfahrung haben auch die drei Neuntklässlerinnen gemacht und festgestellt: »Für alltägliche Besorgungen braucht es Tüten«, sagt Tammy Schade. In Kombination mit ihrem Wunsch, etwas Positives für die Umwelt zu tun, sind die drei Schülerinnen auf die Idee gekommen, an einem nachhaltigen Exemplar zu arbeiten.

Abbau von Bio-Plastiktüten dauere zu lang

Seit November recherchieren und experimentieren die 15-Jährigen dazu. »Es gibt zwar schon Bio-Plastiktüten, aber deren Abbau dauert einfach zu lange. Das bringt nicht viel«, sagt Tammy Schade. Des Rätsels mögliche Lösung präsentiert sie mit ihren beiden Klassenkameradinnen morgen im HNF: Die Kartoffelstärke könnte es richten.

Drei Varianten – besagte Kartoffelstärke, Maisstärke und Stärkeperlen – haben die drei Jungforscherinnen im Test. Mit Wasser, Glycerin, Rundkolben, Magnetrührer und allerlei anderen chemischen Hilfsmitteln stellen sie Folien her und färben diese unterschiedlich ein. Die grüne Folie aus Maisstärke ist beim Trocknen in kleine Stücke gerissen. Bei der durchsichtigen ist das Problem, dass sich die Stärkeperlen nicht richtig auflösen und die Folie dadurch nicht komplett trocknet. Stabiler Testsieger ist die orangefarbene Kartoffelstärken-Folie: »Sie ist nicht gerissen und dehnbar«, sagt Julia Merschmann.

Informatives Plakat

Eine brauchbare Tüte können die Schülerinnen mit den Mitteln, die ihnen im Goerdeler zur Verfügung stehen, nicht herstellen. »Dafür braucht es vor allem ein größeres Trocknungsgerät«, sagt Tammy Schade und hofft, dass sie mit einem guten Ergebnis bei Jugend forscht zum Beispiel die besser ausgestatteten Labore der Universität nutzen können. Schon heute bestücken die drei Schülerinnen ihren Stand im HNF mit einem Nachbau ihres Versuchsaufbaus und einem informativen Plakat. Auch eine Langfassung über ihr Projekt haben sie für die Bewertung verfasst.

Den Forschergeist der Jugendlichen hatte ihr Physik- und Chemielehrer Dr. Reinhard Michel geweckt. Er stellte den Gymnasiasten den Wettbewerb Jugend forscht vor und leitet auch die gleichnamige Arbeitsgemeinschaft, in der die Schüler ihre Projekte entwickeln. Neben Tammy Schade, Julia Merschmann und Maja Hörstmann mit ihren nachhaltigen Plastiktüten schickt das Goerdeler-Gymnasium morgen zwei weitere Teams ins Rennen: eines mit der »Electronic Hand« und eines, das sich mit der »3D-Umsetzung in einer Smartphone-App zur verbesserten Darstellung von Abbildungen in der Schule« beschäftigt.

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