Delfintherapie hilft schwerbehindertem Jungen aus Paderborn bei der Verständigung Nubia bringt Leon zum Lachen

Paderborn (WB). Wenn Nubia schnattert, kann Leon gar nicht mehr aufhören zu lachen. Die Delfindame hat das Herz des schwerbehinderten 16-Jährigen im Sturm erobert und ihm viele Brücken gebaut. »Dass es mit der Delfintherapie so schnell geklappt hat, ist einfach nur toll«, freut sich seine Mutter Barbara Burow.

Von Maike Stahl
Dieses unbeschwerte Lachen ihres Sohnes Leon hat Barabara Burow Tränen in die Augen getrieben. Sie war gerührt zu sehen, welche Wirkung Delfin Nubia auf den schwerstbehinderten Jungen hat. Begleitet wurde er von Therapeut Sebastian Kampa.
Dieses unbeschwerte Lachen ihres Sohnes Leon hat Barabara Burow Tränen in die Augen getrieben. Sie war gerührt zu sehen, welche Wirkung Delfin Nubia auf den schwerstbehinderten Jungen hat. Begleitet wurde er von Therapeut Sebastian Kampa. Foto: Dolphin Aid

Im Frühjahr hatte sie auf Initiative ihres jüngeren Sohnes Joel (13) ein Spendenkonto bei Dolphin Aid für Leon eingerichtet, das sich viel schneller gefüllt hat, als die kleine Familie zu hoffen gewagt hatte. »Als die Nachricht kam, dass wir uns anmelden können, habe ich gleich den erstmöglichen Termin im neuen Jahr gebucht«, erzählt die Sizilianerin und ist dankbar über die vielen Aktionen und Spenden, die für Leon initiiert wurden und eingegangen sind.

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So entspannt, fröhlich und gelöst haben wir Leon noch nie über längere Zeit erlebt

Barbara Burow

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Leon leidet genetisch bedingt unter tuberöser Sklerose. Dadurch bilden sich gutartige Tumore in seinem Körper – vor allem im Gehirn, wo sie fast täglich epileptische Anfälle auslösen. Leon ist dadurch auf dem Entwicklungsstand eines Einjährigen, muss gefüttert und gewickelt werden. »Vor allem leidet er aber darunter, dass er sich nicht ausdrücken kann und reagiert mit Aggressionen gegen sich selbst. Das war für Joel und mich zuletzt nur sehr schwer zu ertragen«, erzählt Barbara Burow, die Leon so lange es ihr möglich ist zu Hause versorgen möchte.

Ausgerechnet im Wasser hat Delfindame Nubia während der zweiwöchigen Therapie auf Curacao nun eine Brücke für Leon gebaut, über die er sein Umfeld nach und nach immer besser erreichen soll. »So entspannt, fröhlich und gelöst haben wir Leon noch nie über einen längeren Zeitraum erlebt«, erzählt seine Mutter. »Je mehr er gelacht hat, umso mehr Tränen liefen bei mir. Ich war total überwältigt Leon so erleben zu dürfen.«

Deutliche Fortschritte habe er während der zehn Therapietage, an denen das dreiköpfige Therapieteam sowohl an Land, als auch mit Nubia mit Leon gearbeitet hat, gleich in mehrfacher Hinsicht gemacht. Das hätten auch seine Ärzte in Paderborn bestätigt. »Leon ist viel entspannter, längst nicht mehr so aggressiv, wieder deutlich mobiler und vor allem hat er gelernt, sich auszudrücken«, freut sich Barbara Burow.

Dazu hat sein Therapeut Sebastian Kampa eine grüne Ja-Karte und eine rote Nein-Karte eingeführt. »Nach und nach durfte er so über einzelne Therapieschritte mitentscheiden, indem er auf die entsprechende Karte getippt hat«, erzählt seine Mutter. Die unterstützte Kommunikation will sie zuhause nun weiter fördern, und auch in der Schule soll Leon dabei gefördert werden.

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Wenn es gelingt, das weiter auszubauen, würde mir ein Riesenstein vom Herzen fallen

Barbara Burow

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»Dafür brauchen wir viel Geduld, weil er nicht immer mitmacht. Aber wenn es gelingt, das weiter auszubauen, würde mir ein Riesenstein vom Herzen fallen«, räumt Barbara Burow ein. Denn irgendwann werde der Zeitpunkt kommen, an dem sie ihren Sohn nicht mehr selbst zu Hause versorgen kann. »Und meine größte Sorge ist, dass er dann hilflos ist, weil er sich nicht ausdrücken kann.« Welche Fortschritte mit Geduld möglich sind, hat sie durch andere Familien, die sie im Dolphin Therapy and Research Center auf Curacao kennengelernt hat, erfahren. »Die haben uns auch ermutigt, den Weg weiter zu gehen. Wenn wir sehen, dass Leon dauerhaft davon profitiert, bemühen wir uns auf jeden Fall um eine weitere Delfintherapie.«

Profitiert hat auch Joel Burow, der sich die Therapie so sehnlich für seinen großen Bruder gewünscht hatte. »Leon lachen zu sehen, war das Größte«, sagt er. Und natürlich durfte auch er mal mit Nubia schwimmen. »Das war ein unglaubliches Erlebnis, da habe ich sofort verstanden, warum sie Leon und die anderen Kinder so glücklich macht.«

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