Nadine Kollakowski will Online-Petition beim Bürgermeister einreichen Hundewiese für Paderborn gefordert

Paderborn (WB). Nadine Kollakowski lebt seit zwei Jahren in Paderborn. Ein Missstand nervt sie besonders: »Für Hunde gibt es in der Stadt keinen eingezäunten Bereich, in dem sich die Tiere mal nach Herzenslust austoben und frei miteinander spielen können.« Das möchte die 27-Jährige ändern und hat deshalb eine Online-Petition ins Leben gerufen. Der große Zuspruch zeigt: Es gibt Bedarf in Paderborn.

Von Daniela Lang
Henry ist ein freundlicher Vierbeiner. Noch zufriedener wäre die französische Bulldogge nach Ansicht ihres Frauchens Nadine Kollakowski, wenn es möglich wäre, dem Tier mitten in der Stadt zwischendurch mal freien Auslauf zu gewähren.
Henry ist ein freundlicher Vierbeiner. Noch zufriedener wäre die französische Bulldogge nach Ansicht ihres Frauchens Nadine Kollakowski, wenn es möglich wäre, dem Tier mitten in der Stadt zwischendurch mal freien Auslauf zu gewähren. Foto: Matthias Kleine

Das Thema geistert der Fotografin schon lange im Kopf herum. Wenn sie mit ihrer Französischen Bulldogge Henry spazieren geht, kommt sie oft mit anderen Hundebesitzern darüber ins Gespräch: »Die Leute wären so dankbar, wenn es einen solchen Ort gäbe – mitten in der Stadt und nicht irgendwo an der Peripherie.«

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Ich wünsche mir, dass ich die magische Grenze von 1000 Unterschriften knacken kann

Nadine Kollakowski

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Vor einer Woche hatte sie auf dem Internetportal Openpetition.de eine Unterschriftenaktion zur Einrichtung einer solchen Hundewiese gestartet. Bis gestern waren bereits knapp 500 Unterschriften beisammen – und es werden täglich mehr. Nadine Kollakowski: »Ich wünsche mir, dass ich die magische Grenze von 1000 Unterschriften knacken kann. Das ist eine Zahl, mit der ich den Bürgermeister beeindrucken könnte.«

In dessen Bürgersprechstunde ist sie für den 28. Februar einbestellt, um ihr Anliegen persönlich vorzutragen. Damit erhebt sie ihre Stimme stellvertretend für 6673 Hundebesitzer in Paderborn.

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Eine Fläche von 500 Quadratmetern zu umzäunen, einen Beutelautomaten und einen Mülleimer aufzustellen – das klingt nach einer vertretbaren Investition für die Stadt Paderborn. Angesichts von mehr als 500 Online-Unterstützern für die Idee einer Hundewiese wirkt die ablehnende Haltung von Pressechef Jens Reinhardt mit der Begründung, dass es selbst in der Kernstadt viele Grünflächen für einen Auslauf gäbe, etwas schwach.

Die Idee, aus der Hundewiese ein Pilotprojekt zu machen und nach einem halben Jahr zu überprüfen, ob die Nutzer zum Gelingen beigetragen haben, in dem sie das Gelände entsprechend sauber wieder verlassen, ist gut und schlüssig. Die Stadt müsste allerdings entscheiden, ob sie den Hundebesitzern diesen Vertrauensvorschuss einräumen möchte.Daniela Lang

Der Park am Tausendquell oder die Paderwiesen böten nach Ansicht von Nadine Kollakowski Potenzial, um eine solche Hundewiese einzurichten. Und die müsste ihrer Meinung nach nicht spektakulär eingerichtet oder bestückt werden: »500 eingezäunte Quadratmeter mit einem Beutelautomaten – damit man die Hinterlassenschaften der Hunde entsorgen kann – und einem Mülleimer, das würde doch vollkommen reichen«, unterscheidet sich ihr Ansatz ein wenig von Forderungen anderer Gruppierungen, die einen Hundeauslauf gerne in Kombination mit sportlichen Anlagen für die Vierbeiner sehen würden.

Ihr Vorschlag: »Man könnte die Hundewiese als Pilotprojekt einrichten und nach sechs Monaten schauen, ob es gut läuft und ob die Nutzer das Gelände den Vorstellungen entsprechend gepflegt haben. Das wäre doch für die Stadt gar kein Risiko. Und kosten kann es auch nicht die Welt.«

Städte wie Gütersloh und Bielefeld, so Nadine Kollakowski, seien da wesentlich engagierter und böten zahlreiche Orte zum Freilaufen an. »In Bielefeld denkt man sogar über die Einrichtung eines Hundewaldes nach«, schwärmt sie und hofft, das die Großstadt Paderborn hier zumindest mit einer Hundewiese nachzieht. Eine solche, so Kollakowski, würde nicht nur die Lebensbedingungen der Tiere massiv verbessern. »Auch die sozialen Kontakte der Hundebesitzer untereinander könnten intensiver werden.«

Und es gibt für sie ein weiteres Pro-Argument: »Wenn ich mit meinem Freund und unserem Hund in eine andere Stadt fahre, dann schauen wir immer erst im Internet nach, ob es dort eine Hundewiese oder Ähnliches gibt. So könnte die Einrichtung einer solchen Anlage auch für Auswärtige ein zusätzlicher Grund sein, die Stadt zu besuchen«, glaubt die Hundebesitzerin.

Das Argument von Nadine Kollakowski, für die Hundesteuer werde den Haltern der Vierbeiner in Paderborn nichts geboten, lässt die Stadt jedoch nicht gelten: »Die Hundesteuer ist eine reine Ordnungssteuer ohne Gegenleistung. Diese Steuer wird erhoben, um die Population der Hunde zu steuern«, sagt Jens Reinhardt, Pressechef der Stadt Paderborn. Er sieht die Einrichtung einer solchen Hundewiese kritisch: »Hunde suchen mit ihren Herrchen und Frauchen dort Auslauf, wo sie wohnen, das heißt also über das gesamte Stadtgebiet verteilt. In den ländlich geprägten Stadtteilen ist der Auslauf der Hunde ohnehin wenig problematisch.« Selbst in der Kernstadt, so Reinhardt, habe Paderborn viele Grünflächen, in denen Hunde ausgeführt werden könnten. Eine Hundewiese würde neben hygienischen Problemen (Hundeklo) auch zur Konzentration der Tiere führen. Dabei könne es zu Stress im Umfeld und auch zwischen den Tieren kommen.

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