Rahmenplanung für Erholungsgebiet vorgestellt – Bürger fürchten Touristenboom Lippesee besitzt noch Freizeitpotenzial

Paderborn (WB). Mit dem absehbaren Ende der Auskiesung möchte die Stadt Paderborn den Bereich des Lippesees zu einem überregionalen Sport- und Freizeitgelände entwickeln. Bürger in Sande befürchten einen wachsenden Trubel durch Touristen.

Von Manfred Stienecke
Die Planer Martin Gasse und Sebastian Tischendorf (rechts) erläutern die Rahmenplanung für den Lippesee und den Nesthauser See.
Die Planer Martin Gasse und Sebastian Tischendorf (rechts) erläutern die Rahmenplanung für den Lippesee und den Nesthauser See. Foto: Manfred Stienecke

Entsprechend groß war am 31. Januar der Andrang zu einer ersten Bürgerinformation der Stadt. Rund 200 Zuhörer drängten sich im Saal des »Guts Lippesee«. Dort stellten das mit der Rahmenplanung beauftragte Büro Gasse-Schumacher-Schramm (Paderborn/Bremen) und Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Projekt vor.

Überregional bedeutsames Erholungsgebiet

Mit seinen bereits heute vielfältigen Wassersport- und Freizeitaktivitäten seien Lippesee und Nesthauser See, die gemeinsam entwickelt werden sollen, als ein überregional bedeutsames Erholungsgebiet zu betrachten, erläuterte Landschaftsarchitekt Sebastian Tischendorf. Zu den Stärken des Bereiches zählten vor allem das vielfältige Wassersportangebot (Segeln, Surfen, Wasserski), die Naturlandschaft und die touristische Infrastruktur (Campingplatz, Wohnmobilplatz, Badeufer, Gastronomie, Rad- und Fußwegenetz). »Wir wollen diese Edelsteine nicht nur schleifen, sondern sie auch zu einer Perlenkette zusammenschnüren«, so sein Fazit.

Auch Schwächen in den Blick genommen

Dabei müsse man auch die Schwächen des Areals in den Blick nehmen, um zu Verbesserungen zu kommen. Tischendorf nannte hier zum Beispiel die fehlende Verknüpfung der beiden Seen, die am besten durch eine Brücke über die B64 in Höhe von »Gut Lippesee« herzustellen sei. Der Nesthauser See müsse außerdem durch einen Rundweg erschlossen werden. Weitere Schwachpunkte seien rund um den Lippesee fehlende Sichtbeziehungen auf die Wasserfläche, die oft mangelnde Erkennbarkeit privater Grundstücksflächen, schwierige Verkehrsverhältnisse in Zufahrtsbereichen und die mangelnde Verknüpfung des Ortes mit dem See.

Die Landschaftsplaner empfehlen, mehr Sichtachsen auf den See zu schaffen, die Wegeverbindungen zu verbessern, den Freizeitbereich und den Badestrand am nördlichen Seeufer auszuweiten und zusätzliche Parkplätze anzulegen. Auch könne über Freizeitwohnen am Nordufer und eine Erweiterung der Wasserskianlage am Nesthauser See nachgedacht werden.

Anlieger befürchten Touristenschwemme

Bei den Sander Bürgern stießen die Vorschläge der Planer zum Teil auf wenig Gegenliebe. »Hier geht es doch letztlich um reinen Kommerz«, entrüstete sich eine Anwohnerin. »Ein Ausbau des Freizeitbereichs macht uns Anliegern Betrieb und Abgase. Das wollen wir nicht!« Andere Stimmen wandten sich gegen den zu erwartenden Bau von Hotels und Pensionen.

Auch die Wassersportvereine sehen mit der weiteren touristischen Erschließung Probleme auf sich zukommen. »Man kann nicht einfach jeden aufs Wasser lassen«, sagte der Geschäftsführer des Segler-Vereins, Dieter Peitz. »Dann haben wir ein Sicherheitsproblem.« Andere Wassersportler hätten gern die Inseln im Lippesee beseitigt, um die Wasserfläche zu vergrößern. Der DLRG bereitet die Ausweitung der Bademöglichkeiten Sorge.

Öffentliche Ideenwerkstatt geplant

Die Technische Beigeordnete der Stadt, Claudia Warnecke, betonte, dass man die Bürger an den weiteren Planungsschritten beteiligen wolle. Die zur Info-Veranstaltung erschienenen Besucher konnten anschließend Anregungen auf im Saal verteilten Postkarten notieren. Politisch beraten wird die Rahmenplanung am 27. Februar im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus, am 28. Februar im Bezirksausschuss Elsen und am 8. März im Bau- und Planungsausschuss. Am 14. April ist eine öffentliche Ideenwerkstatt geplant.

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