»Junge Sinfoniker« gestalten in Paderborn Konzertabend mit Dvorák und Mahler Die Musiker der Zukunft

Paderborn (WB). Viele junge Menschen sind am Sonntag in der Paderhalle. Sie verbindet eine Leidenschaft: das Musizieren. Deswegen treffen sie sich stets um den Jahreswechsel zu einer intensiven Probenphase, um anschließend einen Konzertmarathon mit anspruchsvollen Stücken zu absolvieren. Die »Jungen Sinfoniker« sind ein Orchester mit begabten, engagierten Jugendlichen aus Ostwestfalen-Lippe. Jetzt haben sie Station in Paderborn gemacht.

Von Juliane Fröhling
Sopranistin Anna-Sophie Brosig beeindruckt zusammen mit den »Jungen Sinfonikern« mit Wagner-Liedern.
Sopranistin Anna-Sophie Brosig beeindruckt zusammen mit den »Jungen Sinfonikern« mit Wagner-Liedern. Foto: Juliane Fröhling

Auf dem Programm steht Dvoráks »Das goldene Spinnrad«, eine sinfonische Dichtung, bei der die Braut eines Königs von ihrer Stiefmutter umgebracht, dann aber von einem Zauberer wiedererweckt wird. Ein Spinnrad enthüllt dem König die gesamte Geschichte. Der beliebte Komponist spielt in dem überwiegend heiter klingenden Werk mit volksliedartigen Passagen, die immer wieder aufgegriffen werden. Die Celli spielen dabei mit hoher Intensität und lassen das Spinnrad durchklingen. Darüber legen sich solistische Parts von Holzbläsern und der Violine, die der junge Konzertmeister trotz Dämpfer mit weichem, vollem Klang spielt. Dvorák hat rhythmische Stolperfallen eingebaut, die nahezu ohne holprige Übergänge gemeistert werden.

Die »Jungen Sinfoniker« können sich glücklich schätzen, einen solchen Dirigenten als musikalischen Leiter zu haben: György Mészáros, 1. Kapellmeister am Landestheater Detmold, kitzelt jede Feinheit aus den jungen Musikern heraus und behandelt sie wie Profis. Außerdem harmoniert er gut mit der Solistin Anna-Sophie Brosig, die mit Wagners »Wesendonck-Liedern« zu hören ist. Die Sopranistin hat in den Tiefen eine kraftvolle Stimme, während die hohen Töne von zarter Natur sind. Die düstere Stimmung der fünf Lieder, die von der Dreiecksbeziehung zwischen Richard Wagner und dem Ehepaar Wesendonck geprägt ist, wird von Solistin und Orchester eindrucksvoll vermittelt. Die Streicher bilden einen passenden Klangteppich, der der Sängerin genügend Raum gibt.

Zum Abschluss gibt es Mahlers »Tonfeier«, erster Satz aus der zweiten Symphonie und oftmals als sinfonische Dichtung aufgeführt. Das programmatische Werk lebt von den Überraschungsmomenten: Dramatische Tutti-Stellen wechseln sich ab mit solistischen, ruhigen Momenten. Das machen die Musiker durch starke dynamische Arbeit und hohe Konzentration deutlich. Vor allem Blechbläser und das groß besetzte Schlagwerk zeigen in den Tutti-Stellen ihr Können. Dem hohen Anspruch, den das Mahler-Werk mit sich bringt, werden die Musiker fast immer gerecht.

Beeindruckt von der Leistung, die ein noch so junges Orchester bereits erbringen kann, gibt es langen Applaus vom Publikum. Und als kleines zusätzliches Schmankerl kommt es in den Genuss der Polka »Die Libelle« von Johann Strauss, die mit lockerem Ton den gelungenen Konzertabend abrundet.

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