Paderborner Uni-Studenten zeigen kreative Arbeiten eines Jahres Kunst mit »Raspberry Pi«

Paderborn (WB/pia). Installationen, die rhythmisch leuchten oder periphere Teile bewegen, gehören diesmal zu den Besonderheiten der Jahresausstellung im Kunstsilo der Universität Paderborn. Gesteuert werden sie von Einplatinencomputern (»Raspberry Pi«).

Vielfältige Kunst: (von unten links) Sandra Flegler arbeitet mit Feuerwehrschläuchen, Alicia Jablonski und Daniela Bergschneider zeigen Textilkunst, das Porträt zwischen ihnen ist genäht, weitere Köpfe gibt es in Druck- und Keramikversionen.
Vielfältige Kunst: (von unten links) Sandra Flegler arbeitet mit Feuerwehrschläuchen, Alicia Jablonski und Daniela Bergschneider zeigen Textilkunst, das Porträt zwischen ihnen ist genäht, weitere Köpfe gibt es in Druck- und Keramikversionen.

Doreen Hartmann arbeitet an der Schnittstelle von Medien und Kunst und suchte mit ihren Studenten, die später als Kunstpädagogen arbeiten werden, eine zeitgemäße Möglichkeit, Kinder und Jugendliche für den Kunstunterricht zu begeistern. Sie begannen mit »Raspberry Pis« zu experimentieren und entwickelten interaktive In­stal­lationen, die Musik abspielen oder Gegenstände verfolgen. Die Idee erfasste auch die Bildhauer am Kunstsilo: Sie entwarfen Objekte mit beweglichen Elementen.

Im Kellergeschoss liegen das Fotolabor und das Filmstudio

Etwas versteckt im Kellergeschoss liegen Fotolabor und Filmstudio. Dass auch hier künstlerisch inspiriert gearbeitet wird, zeigen die Dozentinnen Mechthild Barth und Inga Lemke mit Digitaler Fotografie und Videos zum Thema Farbe. Schwarzlicht und fluoreszierende Fäden verwendet Lisa Thal für eine raffinierte dreidimensional wirkende Architekturskizze in einem Kellerraum.

Auch wenn moderne Technik neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten erlaubt und damit besondere Aufmerksamkeit auf sich zieht, so sind die klassischen Kunstgattungen am Kunstsilo keinesfalls langweilig.

Die Studenten haben ihre Objekte mit viel Fantasie entworfen

Eva Weinert legt in ihrer Grafikwerkstatt Radierungen von Studenten zu den Themen »Schöne Aussicht« sowie »Von Licht und Dunkelheit« aus, die ein hohes Maß an künstlerischer und technischer Qualität erkennen lassen. Es ist ein stilles Vergnügen, die Details dieser Bilder zu studieren.

Gemeinsam mit Sara Hor­näk, Dozentin für Bildhauerei, hat Weinert eine Lehrveranstaltung zum Porträt geleitet. Dabei sind intensiv farbige, eher abstrakte Linolschnitte und Charakterköpfe aus Keramik entstanden, die – in einem Raum arrangiert – um Aufmerksamkeit geradezu wetteifern.

Ausstellung wird am 30. Januar eröffnet und ist bis 4. Februar zu sehen

Mit viel Fantasie haben die Studenten Objekte entworfen: Sie verwendeten Feuerwehrschläuche oder Baumwollnessel, machten Gipsabgüsse von Schuhen oder Flanellhemden und verwendeten Draht und Kunststoff für futuristische Kleidungsstücke.

Die Textilkunst belegt erneut eigene Ausstellungsflächen und zeigt, wie aktuelle Themen mit traditionellen Techniken kritisch bearbeitet werden können. Ein mit silberfarbener Wolle gehäkelter Brustpanzer stellt das Modediktat in Frage, ein mit Kurkuma gefärbter Stoff macht auf die chemischen Prozesse bei der Textilherstellung aufmerksam. Außerdem wurden Küchensiebe bestickt und Teppiche aus recycelten Plastikfäden gewebt.

Die Jahresausstellung wird am Dienstag, 30. Januar, um 19 Uhr im Uni-Kunstsilo an der Warburger Straße eröffnet. Sie ist danach bis 4. Februar täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Führungen im Bereich Textil sind am Samstag um 11 Uhr sowie am Sonntag um 11 und 15 Uhr. Treffpunkt ist jeweils Raum S4.106.

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