Rede in Paderborn Erzbischof Becker: Gespaltene Gesellschaft braucht Versöhnung

Paderborn (epd). Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat angesichts einer zunehmenden Spaltung der Gesellschaft mehr Bereitschaft zur Versöhnung gefordert. Um dem Auseinanderdriften der Gesellschaft entgegenzuwirken, seien zunächst politische, soziale und wirtschaftliche Maßnahmen gefragt, sagte Becker am Donnerstagabend in Paderborn.

Erzbischof Hans-Josef Becker.
Erzbischof Hans-Josef Becker. Foto: Jörn Hannemann

Im derzeitigen gesellschaftlichen und weltpolitischen Klima sei aber auch Versöhnung besonders wichtig. Die beteiligten Konfliktparteien sollten sich ehrlich der Schuld stellen, um so einen Weg zur Versöhnung zu finden.

Besonders nötig sei ein solcher Weg der Versöhnung für die Menschen in Syrien, die seit sieben Jahren unter einem brutalen Bürgerkrieg litten, sagte Becker laut Redetext weiter. Doch gerade da scheine Versöhnung zwischen den Bürgerkriegsparteien unmöglich zu sein. Es sei fatal, dass die Welt dort inzwischen kaum noch hinschaue, beklagte der Erzbischof. Becker appellierte an die Menschen, nicht abzustumpfen gegenüber dem Leid in Syrien und sich mit allen Mitteln für eine Verbesserung der Perspektive für Syrien einzusetzen.

Becker rief außerdem Vertreter der Medien mit einem Verweis auf eine Äußerung von Papst Franziskus dazu auf, in der Berichterstattung dem Bösen nicht die Hauptrolle zuzugestehen. Damit sei nicht gemeint, Leid und Unrecht beschönigt darzustellen. Im Sinne des Papstes gehe es darum, dass das Böse und das Unrecht in dieser Welt nicht das letzte Wort haben dürften. »Schlechte Nachrichten« dürften nicht in einen Fatalismus führen, der keine Auswege mehr erkennen lasse und schlimmstenfalls Menschen nur noch mehr gegeneinander aufhetze, sagte Becker am Gedenktag des Heiligen Franz von Sales beim traditionellen Empfang des Erzbistums für Journalisten.

Becker verwies darauf, dass die Kirche mit dem Evangelium eine »gute Nachricht« verbreite. Diese habe trotz ihres Alters von 2000 Jahren nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Nach dem christlichen Glauben stehe dem Menschen immer die Möglichkeit zur Umkehr und zu einem Neuanfang offen. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels und eines Zurückgehens des christlichen Glaubens könne diese Möglichkeit der Versöhnung und des Neuanfangs Mut machen.

Kommentare

Erzbischof Becker: Gespaltene Gesellschaft braucht Versöhnung

Zum Artikel vom 25.01.2018: Erzbischof Becker: Gespaltene Gesellschaft braucht Versöhnung

Interessanter Artikel finde ich.
Dann soll die katholische Kirche doch erst einmal bei sich selbst anfangen, nicht Kirchensteuern durch den Staat eintreiben lassen und anderen Vorwürfe machen, dass diese aus der kathl. Kirche ausgetreten sind. Zudem verweise ich auf die Verbrechen von katholischen Priestern die Menschen sexuell missbraucht haben. Wann ist denn ein kathlischer Priester vom Staat und eben nicht von der Kirche verurteilt worden und ins Gefängnis gekommen? Wenn das die kath. Kirche schafft, dann denke ich vielleicht über Versöhnung nach. Diese unglaubliche Heuchelei kann ich bald nicht mehr hören.
Der heilige Geist möge Herrn Becker und anderen "Würdenträgern" möglichst bald erscheinen, so dass diesen ein Licht aufgeht.

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