31-Jähriger wegen Drogenhandels vorm Landgericht Paderborn Jahrelang mit Marihuana gedealt

Paderborn (WB). Über Jahre hinweg soll ein 31 Jahre alter Paderborner in der Region mit Drogen gedealt haben – im großen Stil. Vor dem Landgericht Paderborn muss er sich seit Mittwoch verantworten.

Von Ulrich Pfaff
Symbolbild.
Symbolbild. Foto: Jörn Hannemann

Ihm blüht eine langjährige Haftstrafe, denn in mehreren Fällen soll er eine Schusswaffe bei sich gehabt haben. Elf Anklagepunkte führt die Staatsanwaltschaft auf. Bereits 2011 soll der 31-Jährige im Marihuanahandel tätig gewesen sein und versucht haben, in Brakel etwa fünf Kilogramm an den Mann zu bringen.

Angeklagter soll kiloweise mit Drogen gehandelt haben

Dem potenziellen Abnehmer der Drogen soll er eine scharfe Pistole gezeigt und erklärt haben, wenn er für ihn weiterverkaufe, stehe er fortan unter seinem Schutz. Allerdings sei das Geschäft nicht zustande gekommen. 2016 soll der Angeklagte einen Deal über etwa sechs Kilogramm Marihuana eingefädelt haben, der am Autohof Mönkeloh abgewickelt werden sollte. Dabei sei es mit den Abnehmern zu Unstimmigkeiten über den Preis gekommen, so dass nur ein Teil der Drogen übergeben worden sein soll. Im vergangenen Jahr soll der 31-Jährige wiederum in Paderborn mehrere Geschäfte mit Marihuana im Kilogramm-Bereich gemacht haben.

Ein weiterer umfangreicher Anklagekomplex ist der Handel mit Amphetamin. Hier gilt der 31-Jährige als Haupttäter und Kopf einer Bande, die aus der Wohnung eines 33 Jahre alten Frührentners in der Detmolder Straße in Paderborn synthetische Drogen mit einer Gesamtmenge von mehr als zehn Kilogramm an Weiterverkäufer abgesetzt haben soll. Wie berichtet, sollen diese Taten zwischen Februar und Juni vergangenen Jahres begangen worden sein.

Polizei findet Reste einer Hanfplantage

Schließlich wird dem Angeklagten zur Last gelegt, ebenfalls Anfang 2017 mit zwei weiteren Mittätern versucht zu haben, eine Marihuana-Plantage zu betreiben. Er soll in Borgentreich-Natzungen im Kreis Höxter für 12.000 Euro eine Immobilie erworben haben, in der eine Hanfplantage professionell eingerichtet wurde. Allerdings soll einer der Komplizen »kalte Füße« bekommen haben: Mittels eines fingierten Briefs der Grundstücksnachbarn habe dieser seinen Kumpanen suggeriert, die Polizei sei über den Betrieb der Plantage informiert worden, woraufhin die Bande die Zelte abbrach. Bei einer Durchsuchung im Oktober fand die Polizei noch Reste von Pflanzen und Betriebsmitteln.

Mann drohen mindestens fünf Jahre Haft

Sollten sich die Vorwürfe insbesondere hinsichtlich des Mitführens einer Schusswaffe bewahrheiten, droht dem Angeklagten Haft von mindestens fünf Jahren. Er wird in dem Komplex, bei dem es um die Amphetamine geht, von dem Frührentner massiv belastet – der steht seit Montag selbst vor dem Landgericht. Zum Prozessauftakt wurde zunächst nur die Anklage verlesen. Mit der Beweisaufnahme soll am 14. Februar begonnen werden.

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