Sexueller Missbrauch: lange Haftstrafe für 36-Jährigen aus Altenbeken An der Tochter der Partnerin vergangen

Paderborn/Altenbeken (WB/upf). In Altenbeken gibt es ein Haus, in dem der Horror regierte – in Form von Kindesmissbrauch. Am Donnerstag verurteilte das Landgericht einen weiteren Mann, der sich in jenem Haus sexuell an einem Kind vergangen hatte.

Symbolfoto.
Symbolfoto. Foto: Jörn Hannemann

Bereits Anfang des Monats war ein 47-Jähriger für über sieben Jahre hinter Gitter geschickt worden, der in seiner häuslichen Gemeinschaft lebende Kinder in zahlreichen Fällen sexuell schwer missbraucht hatte. Nun stand ein 36-jähriger Mitbewohner vor derselben Kammer – er hatte sich an der heute 13-Jährigen vergangen, die auch Opfer des 47-Jährigen geworden war.

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Wir sind fassungslos, was sich in diesem Haus abgespielt hat

Richter Eric Schülke

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»Wir sind fassungslos, was sich in diesem Haus abgespielt hat«, erklärte Richter Eric Schülke bei der Urteilsverkündung angesichts der Übergriffe – auch wenn dieser Angeklagte »nur« in einem Fall einen schweren sexuellen Missbrauch eines Kindes begangen hatte. Drei Jahre und vier Monate Haft lautete das Urteil gegen den 36-Jährigen, der bis zuletzt den Vorwurf abstritt, so dass Verteidigerin Stephanie Risse Freispruch forderte.

Angeklagter beteuert bis zum Schluss seine Unschuld

»Ich bin unschuldig«, sagte der Angeklagte in seinem letzten Wort. Glauben wollte das die Jugendkammer nicht. Denn die Art und Weise, wie die 13-Jährige unter Ausschluss der Öffentlichkeit die Tat schilderte, die sich wohl im Frühjahr 2016 abgespielt hatte, erschien der Kammer letztlich schlüssig.

Demnach hatte der 36-jährige »Stiefvater« das Mädchen, eine Tochter seiner Lebensgefährtin, an einem Samstag ins Schlafzimmer gerufen – als die Mutter außer Haus war. Nach dem sexuellen Übergriff platzte der 47-Jährige unangemeldet in das Zimmer und bekam die Szenerie zu Gesicht – was auch in dessen Prozess zur Sprache gekommen war.

Opfer offenbart sich in sozialen Netzwerken

Dass der Vorfall überhaupt ans Tageslicht kam, war der 16-jährigen leiblichen Tochter des 36-Jährigen zu verdanken: Die war von dem 47-Jährigen unsittlich angefasst worden und hatte die Familie darüber informiert. Dann befragte der Bruder des 47-Jährigen unter der falschen Identität eines Mädchens die 13-Jährige per Instagram und gab seine Erkenntnisse an die Polizei weiter.

Die 33-jährige Mutter des Mädchens, die mit dem 36-jährigen Angeklagten zusammen zwei weitere Kinder hat, gab an, ihrer Tochter nicht zu glauben. Die Frau, sagte der Richter, habe »eine erstaunliche Tendenz« gegen die eigene Tochter und zum Schutz des Angeklagten auszusagen.

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