Eigentümerverband versagt Zustimmung – Einigung steht aus Warten auf neuen Mietspiegel

Paderborn (WB). Die Anfragen von Hauseigentümern häufen sich: Seit mehr als einem Jahr ist der neue Paderborner Mietspiegel überfällig. Und es ist weiter Geduld gefragt: Bis Ostern soll eine Einigung mit dem Eigentümerverband Haus und Grund erzielt sein, hieß es jetzt auf WB-Anfrage beim Gutachterausschuss.

Wenn Post vom Vermieter kommt, dann müssen die Mieter mitunter auch Preissteigerungen zur Kenntnis nehmen. In Paderborn lässt der neue Mietspiegel derzeit auf sich warten. Er ist seit mehr als einem Jahr überfällig.
Wenn Post vom Vermieter kommt, dann müssen die Mieter mitunter auch Preissteigerungen zur Kenntnis nehmen. In Paderborn lässt der neue Mietspiegel derzeit auf sich warten. Er ist seit mehr als einem Jahr überfällig. Foto: dpa

Hintergrund ist die Tatsache, dass der neue Paderborner Mietspiegel nach geänderten Kriterien erstellt worden ist. Erstmals soll es einen so genannten qualifizierten Mietspiegel geben, der bei der Festlegung der Miete nicht mehr primär das Alter der Immobilie berücksichtigt, sondern deren Ausstattung und Sanierungsstand, erläutert Weiko Busse, Mitglied des Gutachterausschusses. Derzeit gibt es in einigen Punkten allerdings keine Einigung mit der Vermieterseite, was die Veröffentlichung des Mietspiegels verzögert. Der jüngste Einigungsversuch in dieser Woche scheiterte.

In den Städten Bielefeld und Detmold gibt es bereits qualifizierte Mietspiegel. »Die Vergleichsmiete kann damit über ein Internetportal sehr konkret für jeden Standort ermittelt werden«, erläutert Busse. Das neue Internetportal für Paderborn sei bereits fertig und warte darauf, freigeschaltet zu werden.

Die meisten Vermieter haben sich am oberen Bereich der Spanne orientiert

Wer dort seine Adresse und einige Kriterien zur Wohnung eingibt, erhält einen konkreten Wert für die Kaltmiete pro Quadratmeter. Genau daran könnte aber auch die Zustimmung von Haus und Grund scheitern. Bisher gab der Mietspiegel eine Mietpreisspanne aus, beispielsweise für Wohnungen mit Baujahr zwischen 2001 und 2012 4,80 bis 7,20 Euro pro Quadratmeter, die bei der Rechtfertigung einer Mietpreiserhöhung erheblich mehr Auslegungsspielraum bot. Übersetzt bedeutet das: Die meisten Vermieter haben sich am oberen Bereich der Spanne orientiert.

Bisher hat der Gutachterausschuss zur Festlegung des Mietspiegels laut Busse 2000 Fragebögen verschickt und dann für die jeweiligen Bezirke das Sechstel der höchsten und der niedrigsten Mieten herausgerechnet. »Die neue Auswertung nimmt alle Preise in die Berechnung auf, auch die Ausreißer«, erläutert Busse. »Insgesamt sind wir mit dem qualifizierten Mietspiegel deutlich näher am Markt.« Die Vermieter befürchteten aber wohl, dass es durch den neuen Mietspiegel zu vermehrten Prozessen kommen könnte. Mit Blick auf die Mietpreise in Paderborn sagte Busse: »Derzeit ist noch nicht klar, ob sie steigen werden.«

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