55 Fälle in Paderborn seit Anfang Januar: regelmäßiges Händewaschen empfohlen Noroviren breiten sich aus

Paderborn (WB/seb/mai). Die Noroviren sind auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen im Kreis Paderborn leiden unter Durchfall und Erbrechen. Im neuen Jahr zählt das Kreisgesundheitsamt bisher 55 nachgewiesene Fälle von Magen-Darm-Infektionen, die auf das Konto der Noroviren gehen. Die Dunkelziffer sei erheblich höher, weil häufig kein Labornachweis erfolge.

Regelmäßiges Händewaschen empfiehlt das Gesundheitsamt des Kreises Paderborn, um die Infektionskette zu unterbrechen.
Regelmäßiges Händewaschen empfiehlt das Gesundheitsamt des Kreises Paderborn, um die Infektionskette zu unterbrechen. Foto: dpa

»Auch die Aufnahmekapazitäten der Krankenhäuser für Patienten mit Infektionsverdacht sind zwischenzeitlich schon an ihre Grenzen gekommen«, erläutert der Leiter des Paderborner Kreisgesundheitsamtes, Uwe Litwiakow. Regelmäßiges Händewaschen und auch das Desinfizieren der Hände nach dem Einkaufen, der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder anderem Kontakt mit vielen Menschen könne helfen, die Infektionsketten zu unterbrechen. Eltern sollten darauf achten, erkrankte Kinder erst dann wieder in die Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Schulen zu bringen, wenn die Symptome (Durchfall und Erbrechen) 48 Stunden nicht mehr aufgetreten sind.

Von den bisher 55 gemeldeten Fällen traten 15 seit Samstag auf. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 gab es insgesamt 220 gemeldete Norovirus-Infektionen, 2016 wurden 319 nachgewiesen. Häufig verzichteten Hausärzte, vereinzelt auch Krankenhäuser, insbesondere bei Erkrankungswellen, darauf, da bei Viren ohnehin nur die Symptome behandelt werden könnten, berichtet das Kreisgesundheitsamt. Hinzu kämen die Magen-Darm-Erkrankungen in Privathaushalten, die ebenfalls auf das Konto der Noroviren gehen, aber offiziell nie erfasst werden.

Noroviren gelten heute als einer der gravierendsten Erreger von Magen-Darm-Infektionen. Die Erkrankung ist äußerst übel: Die Betroffenen leiden unter Magenkrämpfen, plötzlichem Erbrechen und Durchfällen. Einen Impfstoff oder Medikamente gibt es nicht. Behandelt werden können nur die Symptome.

Infizierte Menschen scheiden die Viren mit dem Stuhl oder dem Erbrochenen aus. Während der Erkrankung sollte daher mit Toilettenpapier nicht gespart werden. Das Papier wirkt wie Löschpapier und saugt auch die Viren mit auf.

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