Vergleich erzielt: Händler nimmt Peugeot zurück und entschädigt Käufer Schummelei beim Verbrauch

Paderborn/Bad Lippspringe/Lichtenau (WB). Ein Autohaus aus Niedersachsen hat beim Verkauf eines Peugeot 308 beim Spritverbrauch geschummelt. Der Wagen benötigt 20 Prozent mehr Kraftstoff, als im Kaufvertrag steht – das hat der TÜV Nord im Auftrag des Landgerichtes Paderborn herausgefunden. Das Autohaus nimmt den Peugeot eines Bad Lippspringers nun zurück und zahlt ihm eine Entschädigung.

Von Sebastian Schwake
Der Peugeot verbraucht mehr, als im Kaufvertrag angegeben ist. Die Lichtenauer Anwälte Thorsten Fust und Can Kaya (rechts) haben für ihren Mandanten einen Erfolg erzielt. Das Autohaus nimmt das Fahrzeug zurück und zahlt eine Entschädigung.
Der Peugeot verbraucht mehr, als im Kaufvertrag angegeben ist. Die Lichtenauer Anwälte Thorsten Fust und Can Kaya (rechts) haben für ihren Mandanten einen Erfolg erzielt. Das Autohaus nimmt das Fahrzeug zurück und zahlt eine Entschädigung. Foto: Jörn Hannemann

Der Bad Lippspringer wollte einen sparsamen Wagen für seine Fahrten zur Arbeit und entschied sich für einen Peugeot 308 SW. Dieser sollte laut Angebot kombiniert 3,2 Liter Dieselkraftstoff pro 100 Kilometer verbrauchen.

Den Neuwagen hatte er im November 2014 für 22.000 Euro in einem Autohaus in Göttingen gekauft. Im Januar wurde ihm das Fahrzeug ausgehändigt. Trotz nach eigenen Angaben äußerst sparsamer Fahrweise habe er nicht die im Kaufvertrag angegebenen Werte erreichen können. Laut seinen Angaben verbrauchte das Auto durchschnittlich 5,08 Liter je 100 Kilometer. Der Bad Lippspringer schaltete deswegen im Dezember 2016 die Lichtenauer Anwälte Thorsten Fust und Can Kaya ein. »Autokäufer müssen aufpassen: Neuwagen schlucken im Alltag oft deutlich mehr Sprit, als die Hersteller angeben oder es im Kaufvertrag steht. Bei mehr als zehn Prozent Abweichung stellt das einen gravierenden Sachmangel dar«, sagt Anwalt Can Kaya. »Liegt ein Sachmangel vor, kann der Käufer vom Kaufvertrag zurücktreten oder Schadenersatz verlangen«, ergänzt sein Kollege Thorsten Fust.

Das Autohaus weigerte sich, das Auto nachzurüsten

Die Anwälte forderten das Autohaus zunächst auf, den Wagen zurückzunehmen oder das Auto so nachzurüsten, dass der angepriesene Spritverbrauch auch eingehalten wird. Das Unternehmen weigerte sich. Daraufhin leiteten die Anwälte ein Beweissicherungsverfahren beim zuständigen Landgericht Paderborn ein. Das Gericht beauftragte den TÜV Nord mit einem Gutachten zum Spritverbrauch des Peugeot.

Tatsächlich verbraucht der französische Mittelklassewagen kombiniert 20 Prozent mehr an Sprit, als im Kaufvertrag angegeben, ermittelte der TÜV Nord Mitte Oktober des Vorjahres auf seinem Testgelände in Papenburg: Innerorts wurden die im Kaufvertrag angegebenen Werte sogar um 30 Prozent überschritten, außerorts um zehn Prozent.

Mit diesem Ergebnis im Rücken schlugen die Lichtenauer Anwälte dem Göttinger Autohaus einen Vergleich vor. Das Autohaus nahm diesen vollumfänglich an. Das Landgericht Paderborn hat dem Vergleich ebenfalls zugestimmt. Er ist somit rechtskräftig. Aktenzeichen 3 OH 3/17

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