Hochwasserlage im Kreis Paderborn ist angespannt, aber nicht kritisch Pegel fallen schon wieder

Paderborn (WB). Nachdem die ergiebigen Regenfälle, die Sturmtief »Burglind« im Gepäck hatte, am Mittwoch Ellerbach und Altenau über die Ufer treten ließen, sind die Pegel im Kreis Paderborn gestern wieder gesunken. Drei Rückhaltebecken hatte der Wasserverband Obere Lippe (WOL) angestaut, um der Wassermassen Herr zu werden.

Von Maike Stahl
Volker Karthaus, Geschäftsführer des Wasserverbandes Obere Lippe, prüft den Pegelstand der Altenau in Etteln. Seit Mittwoch ist dieser schon wieder gefallen.
Volker Karthaus, Geschäftsführer des Wasserverbandes Obere Lippe, prüft den Pegelstand der Altenau in Etteln. Seit Mittwoch ist dieser schon wieder gefallen. Foto: Besim Mazhiqi

Aabach-Talsperre füllt sich

Positiv sieht Rainer Gutknecht, Geschäftsführer des Wasserverbandes Aabachtalsperre, den Regen. »Nach sieben Jahren ist das endlich ein Winter, in dem wir Wasser bekommen.« Mitte Juli 2017 war der Wasserstand auf den historischen Tiefstand von 8,4 Millionen Liter gefallen. Gutknecht hofft, dass die Niederschläge bis April anhalten, weil sie direkt der Talsperre zugutekommen, die die Wasserversorgung für mehr als 250.000 Einwohner der Kreise Paderborn, Soest, Gütersloh und Warendorf sichert. Aktuell befinden sich 12 Millionen Liter in der Talsperre, die bis zu 20 Millionen Liter fasst

»Auch wenn mancher es im Moment anders wahrnimmt, ist die Gesamtsituation zwar angespannt, aber nicht außergewöhnlich«, sagt WOL-Geschäftsführer Volker Karthaus. Ein vergleichbares Hochwasser treffe den Kreis Paderborn etwa alle zwei bis fünf Jahre. An der Lippe, wo die Renaturierungsflächen am Diebesweg derzeit komplett überschwemmt sind, trete ein vergleichbares Hochwasser alle zehn Jahre auf.

Lipperenaturierung hat sich bewährt

»Trotz der massiven Überschwemmung in der Aue, die so gewollt ist, fließt aber noch kein Wasser in den Tallesee ab«, erläutert Karthaus. Dazu müsse der Pegel noch etwa um 40 Zentimeter steigen. Die Talleseen sind im Zuge der Lipperenaturierung zu einem riesigen Auffangbecken mit einem Stauvolumen von 500.000 Kubikmetern umgebaut worden, um Schloß Neuhaus und Marienloh auch im Falle eines Jahrhunderthochwassers vor den Fluten zu schützen.

Zu viel Wasser in Altenau und Sauer

Nutzen musste der Wasserverband hingegen am Donnerstag drei Rückhaltebecken im Einzugsgebiet von Altenau und Sauer in Ebbinghausen, Sudheim und Husen-Dalheim. »In der Altenau hatten wir zu der Zeit einen Zufluss von 6500 Litern pro Sekunde, von dem wir 4000 pro Sekunde im Becken zurückgehalten haben«, erläutert der Fachmann. Insgesamt fasse das Becken Husen-Dalheim 3,6 Millionen Liter.

Rückhaltebecken werden wieder abgelassen

Warnstufe hieß es am Mittwoch auch an der Alme, deren Wasserstand der WOL lediglich über Rückhaltebecken an den Zuflüssen beeinflussen kann. Angespannt war die Lage zudem am Steinhorster Becken. Doch seit Donnerstag seien alle Pegel bereits wieder gefallen, außer an der Lippe, wo der Pegel stagniere. Deshalb hat der Wasserverband auch damit begonnen die angestauten Becken wieder ablaufen zu lassen. »Das ist wichtig, weil die Böden derzeit gesättigt sind und ein weiteres größeres Regen­ereignis, die Flüsse direkt wieder anschwellen lässt und zu einem größeren Hochwasserereignis führen würde«, sagt Karthaus.

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