Sanierung und neue Glocken: Paderborner feiern Jubiläum 2018 wird das Jahr des Doms

Paderborn (WB). Das Jahr 2018 wird ein besonderes für Paderborn. Nicht zuletzt liegt das am großen Jubiläum, das am 22. Juli rund um den Hohen Dom gefeiert wird. Die Vorbereitungen auf 950 Jahre Imad Dom und 1000 Jahre Bartholomäuskapelle sind unübersehbar. Das Gotteshaus, auf das die Paderborner stolz sind, macht sich schick.

Von Ingo Schmitz
Mit dem Jahreswechsel beginnt für den Paderborner Dom das große Jubiläumsjahr. Am Ostermontag, 2. April, werden die neuen Glocken auf dem Domplatz geweiht. Die 950-Jahr-Feier findet dann am 22. Juli 2018 statt.
Mit dem Jahreswechsel beginnt für den Paderborner Dom das große Jubiläumsjahr. Am Ostermontag, 2. April, werden die neuen Glocken auf dem Domplatz geweiht. Die 950-Jahr-Feier findet dann am 22. Juli 2018 statt. Foto: Jörn Hannemann

Dompropst Joachim Göbel macht die Bedeutung der Festivitäten deutlich: »Wir feiern die Anwesenheit unseres Gottes mitten in der Stadt. Wir feiern, dass wir von ihm zu jeder Zeit ›behütet und bedacht‹ sind.«

Göbel blickt in dem Zusammenhang zurück in die Geschichte der Stadt: »Das Jahr 1058 war ein schlimmes Jahr. Ein Brand zerstörte nahezu die gesamte Stadt und mit ihr auch den Dom, den Bischof Meinwerk erst gut 40 Jahre vorher fertiggestellt hatte. Bischof Imad, ein Neffe Bischof Meinwerks, begann mit dem Wiederaufbau oder besser Neubau des Domes. Denn seine Kirche war deutlich größer und er setzte wichtige Akzente. Nach zehnjähriger Bauzeit wurde am 22. Juli 1068 der Imad-Dom von Erzbischof Siegfried von Mainz geweiht. Jedes Jahr feiern wir seitdem einen Tag vor dem Namenstag des heiligen Liborius dieses Weihedatum. Vom Imad-Dom ist nicht mehr viel geblieben. Aber der heutige Bau aus dem 13. Jahrhundert steht ziemlich genau auf seinen Grundmauern, lässt also Form und Größe des Domes aus dem 11. Jahrhundert gut erkennen.«

Zum Jubiläum erstrahlen der Dom und das Paradiesportal im neuen Glanz

Die Domweihe sei ein »geistliches« Datum, betont Göbel. »Dom und Altar wurden von Menschen errichtet, aber in der Weihe Gott gewidmet. Der Dom ist der Ort, an dem Menschen Gott suchen und finden können, ihn feiern, sich seines Schutzes versichern.«

Zum Jubiläum werden der Dom, der Platz und das Paradiesportal im neuen Glanz erstrahlen. Und auch in diesem Punkt blickt Göbel in die Geschichte: »Eine wesentliche Neuerung beim Imad-Dom war die Öffnung zur Stadt hin – heute das Paradiesportal. Er wollte Dom und Bürgerschaft stärker verbinden. Daher dürfen wir uns besonders auf die gemeinsame Feier von Dom und Stadt zur Fertigstellung der umfangreichen Arbeiten freuen.«

Dompropst Joachim Göbel vor dem Dom. Foto: Jörn Hannemann

Bis zum Jubiläumsfest wird es viele Aktivitäten geben. Mit großer Spannung wird am Ostermontag, 2. April, die Weihe der neuen Domglocken auf dem Domplatz erwartet. Am 17. April startet an der Uni die öffentliche Vorlesungsreihe »Mit Gott im Raum: Religiöse Räume und heilige Orte«, die die Institute für Katholische und Evangelische Theologie eigens für das 950-jährige Jubiläum des Imad-Domes gestalten.

Vom 30. April an werden die Katholischen Erwachsenenverbände den Hasenkamp, den Nordquerarm des Domes, künstlerisch gestalten. Vom 23. Juni an eröffnet die »Lebendige Dombauhütte« im Garten des Abdinghofklosters. Dort können Kinder, Jugendliche und Erwachsene mittelalterliche Handwerkstechniken ausprobieren.

Am 22. Juli begeht Paderborn den Weihetag des Domes

Am 22. Juli begeht Paderborn den Weihetag des Domes. Um 10 Uhr ist das Pontifikalamt. Dann werden auch zum ersten Mal die neuen Glocken läuten.

Zu Libori wird das neue Standardwerk »Der Hohe Dom zu Paderborn« erscheinen, eine verständliche Darstellung auf der Grundlage der aktuellsten Forschungsergebnisse. Im September eröffnet die Ausstellung »Gotik – Der Paderborner Dom und die Baukultur des 13. Jahrhunderts in Europa« des Diözesanmuseums.

»Die unterschiedlichen Veranstaltungen des Festjahres sollen möglichst vielen Menschen auf sehr unterschiedliche Weisen einen Zugang zum Dom ermöglichen, die Beziehung erneuern oder vertiefen«, betont Monsignore Göbel. Ganz nach dem Motto: »behütet und bedacht«.

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