Studie: Bei Jugendlichen kann Diabetesrisiko steigen Chips & Co. abends ungesünder

Paderborn (WB/bex). Nicht nur auf das Was, auch auf das Wann kommt es bei der Ernährung an. So ist zum Beispiel der regelmäßige Verzehr von Kartoffelchips abends der Gesundheit abträglicher als zu anderen Tageszeiten.

Symbolbild.
Symbolbild. Foto: dpa

Das legt zumindest eine Studie der Uni Bonn nahe, an der Professorin Dr. Anette Buyken (50) vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn als Initiatorin beteiligt war, und über die die internationale Zeitschrift »Nutrients« aktuell berichtet.

Grundlage sind Ernährungsdaten junger Menschen: Demnach besteht für Jugendliche, die abends regelmäßig mehr Kohlenhydrate zu sich nehmen, die den Blutzucker in die Höhe treiben, im jungen Erwachsenenalter ein höheres Risiko, an Diabetes (Typ 2) zu erkranken.

»Die Spiegel vieler Hormone unterliegen einem 24-Stundenrhythmus, der durch die menschliche ›Innere Uhr‹ gesteuert wird«, erklärt Buyken. »Zum Beispiel sind wir abends weniger insulinsensitiv, das heißt, unsere Stoffwechselantwort auf unsere Nahrung – vor allem Kohlenhydrate – ist abends geringer als morgens.«

Entwicklung von Typ-2-Diabetes begünstigt

Dr. Anette Buyken (50), Uni Paderborn.

Insulin senkt den Blutzuckerspiegel. Während der Pubertät komme eine natürlicherweise verminderte Insulinempfänglichkeit hinzu. Studien an Erwachsenen hätten bereits gezeigt, dass der regelmäßige Verzehr von Kohlenhydraten, die den Blutzucker stark ansteigen lassen, die Entwicklung von Typ-2-Diabetes begünstigten.

Daher wurde in der Langzeitstudie DONALD (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) bei Jugendlichen untersucht, ob langfristig ein abendlich höherer Konsum von Kohlenhydraten ungünstig für spätere Diabetesrisikomarker (Typ 2) ist.

Vor ihrem Wechsel an die Uni Paderborn im April war Buyken in Dortmund an der DONALD-Studie beteiligt. 252 Probanden hatten während der Pubertät mehrfach ein Drei-Tage-Wiege-Ernährungs-Protokoll geführt und waren im jungen Erwachsenenalter (im Durchschnitt 21 Jahre) erneut untersucht worden.

Roggenbrot mit ganzen Körnern empfehlenswerter

Ergebnis: Jugendliche, die im Alter von neun bis 16 Jahren abends regelmäßig reichlich Kohlenhydrate verzehrten, waren später im jungen Erwachsenenalter insulinresistenter und hatten einen höheren Fettleberindex als diejenigen, die abends moderate Mengen an Kohlenhydraten verzehrten. Diese Zusammenhänge ließen sich für den abendlichen, aber nicht für den morgendlichen Verzehr nachweisen.

Für die langfristige Diabetesprävention sei es daher vermutlich entscheidend, abends auf große Kohlenhydratportionen zu verzichten. »Das bedeutet, auch Lebensmittel wie Instant-Kartoffelpüree oder klebrigen weißen Reis eher zu meiden«, sagt Anette Buyken. Beim Brot komme es auf die Sorte an. So sei Roggenbrot mit ganzen Körnern mit Blick auf den Blutzucker empfehlenswerter als Weißbrot. Ob die Ergebnisse der Studie auch auf Erwachsene übertragbar sind, sei noch unklar, sagt Buyken.

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