Rechtsanwältin soll eine Anstellung bei Markus Roscher abgelehnt haben TV-Star Christian Ulmen twittert gegen Paderborner AfD-Kandidaten

Paderborn/Berlin (WB/pic). Eine junge Rechtsanwältin soll in Berlin eine berufliche Anstellung bei Rechtsanwalt Markus Roscher einen Tag vor Unterzeichnung des unterschriftsreifen Arbeitsvertrags abgelehnt haben. Die Berufsanfängerin begründet ihren Rücktritt, wie Roscher es darstellt, mit der Bundestagskandidatur des 53-jährigen Juristen für die AfD im Kreis Paderborn.

Schauspieler und Produzent Christian Ulmen.
Schauspieler und Produzent Christian Ulmen. Foto: dpa/Jens Kalaene

Den Rückzieher der Berlinerin hat Markus Roscher, der auch eine Kanzlei in Paderborn führt, über das soziale Netzwerk »Twitter« veröffentlicht und gleichzeitig die Prüfungsnote »4+« kundgetan.

Mit diesem Tweet lobt Schauspieler Christian Ulmen das Verhalten der jungen Rechtsanwältin. Foto: Screenshot/Twitter

Der bekannte Schauspieler und TV-Moderator Christian Ulmen (41) verbreitet den Roscher-Eintrag und bekundet über Twitter Respekt für die Entscheidung der jungen Rechtsanwältin: »So geht Hoffnung«. Sie habe es ja noch rechtzeitig erkannt und werde künftig sicher nicht mehr auf den »Rechtsextremisten-Check« verzichten.

Diese Anmerkung kommentiert der gebürtige Paderborner Markus Roscher : »Dünnes Eis« – und bekommt prompt eine Antwort von Christian Ulmen: »Sehr dünnes Eis sogar. Obacht!« Roscher bezeichnet Ulmens Beitrag als »Zeitgeistsurferei«. Er tue ihm aber nicht den Gefallen, ihn mit einer Unterlassungsklage zu »belohnen«. Der Fachanwalt für Strafrecht, Familienrecht und Medienrecht hat Prominente wie Schauspielerin Uschi Glas oder den ehemaligen Boxweltmeister René Weller vertreten.

Tweet wird mehrere Tausend Mal geteilt und gelikt

Rechtsanwalt Markus Roscher ist im Kreis Paderborn der Direktkandidat der AfD bei der Bundestagswahl. Foto: Christian Althoff

Die Twitter-Beiträge werden mehrere Tausend Mal geteilt und gelikt. Nachrichtenmagazine wie der »Stern« berichten online über den Twitter-Streit des Paderborner AfD-Bundestagskandidaten. Die »Berliner Zeitung« feiert Schauspieler Christian Ulmen, der den AfD-Politiker bloß gestellt habe.

Markus Roscher, der auch schon für die FDP in Bad Lippspringe und die CDU in Berlin angetreten ist, sagte dem WESTFALEN-BLATT am Donnerstag, dass die junge Rechtsanwältin von seiner AfD-Tätigkeit schon länger gewusst habe. Roscher zitierte aus einem Schreiben, in dem die Berufsanfängerin ihn als »Top-Anwalt« bezeichne. Weiter habe es in dem Brief geheißen: »Allerdings kandidieren Sie jetzt im September für die AfD. Zwar interessiere ich mich nicht besonders für die Politik, nicht desto trotz teile ich aber auch nicht Ihre politische Meinung.«

Mit der Veröffentlichung der Prüfungsnote »4 +« habe er die junge Kollegin nicht diskriminieren wollen. Er habe bei Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass sie eine gute Kollegin hätte werden können. Roscher vermutet, dass offenbar Druck aus sozialen Netzwerken die Berlinerin zu einem Rückzug bewogen habe.

Ulmen: »Respekt vor der klaren Kante«

Auch Christian Ulmen äußerte sich gegenüber dem WESTFALEN-BLATT: »Mein Respekt vor der klaren Kante einer Berufseinsteigerin, die lieber einen lukrativen Job sausen lässt, als dass sie einen Chef haben möchte, der für eine Partei steht, in deren Namen rechtsextreme und menschenverachtende Parolen ausgerufen werden. Solche Rechtsanwaltsanfängerinnen machen mir große Hoffnung«, sagte der Schauspieler.

Ulmen: »Dass sich die AfD und der Paderborner Anwalt jetzt als ›gebrandmarkte‹ Opfer einer ›Hetze‹ sehen, ist angesichts der tatsächlichen AfD-Hetz-Kampagnen gegen Ausländer und Andersdenkende irgendwo zwischen sehr lustig und schweinemäßig perfide.«

Kommentare

Herrn Roschers Reaktionen über die Absage der jungen Kollegin und auf den Kommentar von Christian Ulmen sind doch bezeichnend für Rechtsradikale.
Jeglicher Kritik wird mit Herabwürdigung der jeweiligen Person begegnet.
Schauen wir doch mal über den großen Teich.Dort spielt das, wie ich annehme, Vorbild des Herrn Roscher ja gerade Präsident und agiert mit gleicher Taktik .
Einfach nur erbärmlich.

Eigentlich sollte sie ja mit ner 4+ froh sein überhaupt ne Kanzlei gefunden zu haben, aber die gute Lady kann sich sicher sein, dass sie aus allein politischen Gründen jetzt ausreichend Jobangebote aus dem linken Lager bekommen wird, wobei ein Vertragsabschluss dann natürlich medial entsprechend ausgeschlachtet werden wird ...

"Mit der Veröffentlichung der Prüfungsnote »4 +« habe er die junge Kollegin nicht diskriminieren wollen." Dann frage ich mich, welchen Zweck sollte die Veröffentlichung der Prüfungsnote sonst hatte.

3 Kommentare

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