Überfall bei fingiertem Handy-Verkauf: Teenager müssen in Haft Ehepaar in Todesangst versetzt

Paderborn (WB/upf). Fünf Teenager aus Paderborn wollten mit vorgetäuschten Handy-Verkäufen arglose Menschen abzocken, um an Geld für Drogen zu kommen. Jetzt sind die vier jungen Männer und eine junge Frau von der Jugendkammer des Landgerichts wegen besonders schweren Raubes zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt worden.

Nach Raub: Fünf Jugendliche sind zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt worden.
Nach Raub: Fünf Jugendliche sind zu empfindlichen Haftstrafen verurteilt worden. Foto: dpa

Das Quintett auf der Anklagebank – 18 und 19 Jahre alt – hatte Mitte August 2016 ein Ehepaar aus Borken in Münsterland ausgeraubt. Sie hatten im Internet zwei Smartphones zu einem günstigen Preis annonciert, die es gar nicht gab – und das Paar so in ein Paderborner Wohngebiet gelockt. Bei der angeblichen Übergabe wollten die Fünf den Käufern das Geld abnehmen.

Opfer erleidet Unterarmbruch

Bei dem Treffen zu später Stunde um 23 Uhr trat die damals 17-Jährige als Lockvogel auf, während drei der Täter maskiert hinter einem Gebüsch lauerten. Unvermittelt stürmten sie auf den 40-jährigen Borkener zu, bedrohten ihn und seine Frau mit einer Luftdruckwaffe und einem Baseballschläger.

Auch die 41-jährige Ehefrau versetzten sie in Todesangst – nicht zuletzt, weil der eine 18-Jährige mit dem Baseballschläger auch tatsächlich zuschlug. Der Überfallene erlitt einen Unterarmbruch, wegen dem er acht Wochen arbeitsunfähig war und der noch nicht ganz auskuriert ist. Die Frau kämpfte noch am Freitag bei ihrer Aussage mit den Tränen.

Angeklagte entschuldigen sich

Der 19-Jährige, der alle im Auto zum Tatort gefahren hatte, wollte sich nichts dabei gedacht haben. Ebenso das Mädchen, damals Freundin des einen 18-Jährigen: Sie hatte sich nach Auffassung des Gerichts als Kontaktperson für die Käufer hergegeben, ohne darüber nachzudenken, worum es geht.

Alle fünf saßen gestern reichlich zerknirscht vor Gericht, entschuldigten sich reumütig und vergossen die eine oder andere Träne.

Die Jugendkammer ließ sich davon nicht beeindrucken: Für die Haupttäter gab es Haftstrafen zwischen 28 und 32 Monaten, der Lockvogel kam mit 15 Monaten Jugendstrafe auf Bewährung und zwei Wochen Dauerarrest davon, der Fahrer mit einer einjährigen Bewährungsstrafe.

Damit folgten die Richter weitgehend der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hingegen wollten unisono Bewährung für ihre Mandanten.

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