Ausstellung über die Geschichte der Mode in der Libori-Galerie Steinzeit-Chic und Vichy-Karo

Paderborn (WB). Vergangenes Jahr waren Ethno-Look und Jump­suits angesagt, dieses Jahr trägt Frau Vichy­Karos und Oberteile im 80er-Jahre-Look. Im Vergleich zur Schlagzahl früherer Jahrhunderte ändert sich die Mode heutzutage quasi im Minutentakt. Eine Ausstellung über »Die Geschichte der Mode« ist derzeit in der Paderborner Libori-Galerie zu bestaunen.

Von Daniela Lang
Karoline Franz aus Paderborn und Stefan Schwemler aus Detmold bestaunen den gepunkteten Petticoat, der die 1950er Jahre markiert. 
Karoline Franz aus Paderborn und Stefan Schwemler aus Detmold bestaunen den gepunkteten Petticoat, der die 1950er Jahre markiert.  Foto: Hannemann

Am Anfang war das Fell

Am Anfang war das Fell: »Die Geschichte der Mode« beginnt tatsächlich in der Steinzeit, als Frauen wie Männer sich in tierische Pflanzenfasern, Baumrinden und eben in unterschiedliche Tierfelle hüllten. Dabei soll ein besonders schönes Fell schon damals als Schmuck und Auszeichnung und damit zur Deklaration der gesellschaftlichen Stellung gegolten haben. Sogar Raffinessen wie Gürtel, Knöpfe und Hüte kannten unsere Vorfahren in diesen Tagen bereits.

16 historische Kostüme

Die Wanderausstellung in der Libori-Galerie zeigt 16 historische Kostüme, die unter anderem aus Sammlungen verschiedener Theaterhäuser zusammengetragen wurden. Eingebettet sind sie in unterschiedliche, der jeweiligen Epoche zugeordnete Schautafeln. Außerdem gibt es Vitrinen, in denen die Geschichte der Brillen, von Schmuck, Parfum und Kosmetik sowie die Entwicklung der Schuhe nachzuvollziehen sind. Auch den wichtigsten Modeschöpfern der jüngeren Vergangenheit ist ein großer Paravent gewidmet. Darin zeichnen die Ausstellungsmacher das Leben und Wirken von Anna Wintour, Vivienne Westwood, Coco Chanel, Karl Lagerfeld und Giorgio Armani nach.

Zweisprachige Schau

»Es ist überwältigend, wie spannend das Thema Mode tatsächlich sein kann. Auch über den wichtigen Einfluss der Haute Couture auf die sogenannte Mode von der Stange können Besucher Interessantes erfahren«, verrät Randolph Hopp, der die zweisprachige Schau – auf deutsch und französisch – auf die Reise geschickt hat.

Aushängeschild für den gesellschaftlichen Status

Mittelalter und Renaissance, Barock und Rokoko, Biedermeier und Gründerzeit: Vor dem Beginn des 20. Jahrhunderts war der Stil in der Mode deutlich langfristiger bindend. Da gab es zum Beispiel Zeiten, in denen es jahrzehntelang an der Tagesordnung war, die weibliche Taille bis auf 42 Zentimeter mit Eisenstangen im Korsett zusammenzuschnüren – sogar bei Kindern. Auch die Männermode war in den unterschiedlichen Epochen festgelegten Stilen unterworfen, allerdings mit Ausnahme der Barockzeit deutlich weniger prunkvoll ausgestaltet als die Mode der Damen, deren Erscheinungsbild für den Mann wiederum als Aushängeschild für den gesellschaftlichen Status diente.

Interaktive Ausstellung

Sogar in Sachen Interaktivität hat Ausstellung »Die Geschichte der Mode« etwas zu bieten. An zwei Mitmachstationen können sich die Herren der Schöpfung im Binden verschiedener Krawattenknoten probieren, an einer anderen Schautafel gibt Stoffproben, die anfasst werden dürfen. Zu sehen ist die Ausstellung in der Libori-Galerie bis zum 11. Februar.

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