700 Puppen und viele Uhren: Helga und Alfred Steinbach wollen Sammlungen auflösen In liebevolle Hände abzugeben

Paderborn (WB). Ihre ersten Puppen musste Helga Steinbach schweren Herzens zurücklassen, als sie im März 1945 zusammen mit ihrer Familie über die Ostsee flüchten musste. Jetzt steht der heute 83-Jährigen erneut eine Trennung bevor. Sie will ihre Puppensammlung in gute Hände übergeben.

Von Maike Stahl
Diese Puppe will Helga Steinbach behalten, weil sie so aussieht, wie die Seniorin als Mädchen. Von den anderen Sammlerstücken will sie sich schweren Herzens trennen.
Diese Puppe will Helga Steinbach behalten, weil sie so aussieht, wie die Seniorin als Mädchen. Von den anderen Sammlerstücken will sie sich schweren Herzens trennen. Foto: Jörn Hannemann

In den vergangenen 50 Jahren hat Helga Steinbach mehr als 700 Puppen zusammengetragen, die ihr Leben seitdem bereichern. Die Puppen gehören zu Helga Steinbachs Leben ebenso wie Uhren zu dem ihres Mannes Alfred. »Ich war schon als Kind fasziniert von der Taschenuhr meines Großvaters«, erzählt der Schloß Neuhäuser. Das Größte sei es gewesen, wenn er unter der strengen Aufsicht des Opas die Uhren aufziehen durfte.

Inzwischen hat der Rentner seine Sammlung zwar bereits verkleinert, doch immer noch reichlich zu tun, um alle seine Taschen-, Wand- und Vitrinenuhren am Laufen zu halten. Überall in der Wohnung des Ehepaares tickt es vernehmlich, Besucher werden von hunderten Puppenaugen beobachtet.

Eigentlich möchten sich Helga und Alfred Steinbach ihr Zuhause auch gar nicht anders vorstellen. »Aber mit 83 Jahren denken wir natürlich schon daran, was mal aus allem wird, wenn wir nicht mehr da sind«, sagt Helga Steinbach.

Weder ihre vier Kinder noch die 13 Enkel hätten Interesse angemeldet, die Sammlungen zu übernehmen und die drei Urenkel seien noch zu klein. »Man sammelt aber doch diese Objekte, die einem viel bedeuten, nicht, damit sie später auf dem Müll landen«, meint die Seniorin und hofft, dass sich jemand findet, der ihren Puppen und den Uhren ihres Mannes ein neues Zuhause gibt.

Der Abschied wird ihr nicht leicht fallen, das ist klar, doch trotzdem hofft Helga Steinbach (Kontakt: Telefon 05254/8063773) fest auf eine gute Zukunft für Inge, Irene, Aschenbrödel und Co.

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