Brüderkrankenhaus St. Josef ist als Lungenkarzinomzentrum ausgezeichnet worden Kurze Wege für Krebspatienten

Paderborn (WB). Die Arbeit des Brüderkrankenhauses St. Josef bei der Diagnose und  Behandlung von Lungenkrebs ist ausgezeichnet worden. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat das Paderborner Krankenhaus als eines von ­etwa 40 Lungenkarzinom­zentren anerkannt.

Von Maike Stahl
Das Lungenkarzinomzentrum im Brüderkrankenhaus St. Josef verfügt nicht nur über modernste Diagnose- und Therapieverfahren, sondern über kurze Wege für die Patienten. Der Leiter, Dr. Guido Scholz, steht  als  Chefarzt der Thoraxchirurgie auch im OP.
Das Lungenkarzinomzentrum im Brüderkrankenhaus St. Josef verfügt nicht nur über modernste Diagnose- und Therapieverfahren, sondern über kurze Wege für die Patienten. Der Leiter, Dr. Guido Scholz, steht als Chefarzt der Thoraxchirurgie auch im OP. Foto: Besim Mazhiqi

»Lungenkrebs ist die am häufigsten zum Tode führende Krebserkrankung«, weiß der Leiter des Zentrums Dr. Guido Scholz, der zugleich Chefarzt der Thoraxchirurgie ist. Das liege zum einen daran, dass eine Erkrankung im Frühstadium weitgehend symptomlos sei und daher häufig erst relativ spät diagnostiziert werde, zum anderen daran, dass sie deutlich vielschichtiger sei als andere Krebsarten. Genau da soll die interdisziplinäre Arbeit des Lungenkarzinomzentrums ansetzen. »Unter anderem haben wir uns verpflichtet, dass jeder einzelne Patient primär interdisziplinär besprochen wird. Gemeinsam legen wir dann auch eine individuelle Behandlungsstrategie fest«, erläutert Dr. Tobias Gaska, Chefarzt der Hämatologie und Onkologie.

Jährlich 800 bis 1000 Lungenkrebspatienten

220 Patienten, die erstmals an Lungenkrebs erkrankt sind, hat das Brüderkrankenhaus 2014 behandelt, insgesamt werden jährlich 800 bis 1000 Lungenkrebspatienten medizinisch versorgt. »Das ist bisher auch auf höchstem medizinischen Niveau erfolgt. Wir haben aber alle Abläufe noch mal auf den Prüfstand gestellt, um den Patienten doppelte Wege und Untersuchungen zu ersparen. Insgesamt wurde die Organisationsstruktur in den drei Jahren, die wir uns auf die Anerkennung vorbereitet haben, deutlich schlanker«, berichtet Dr. Hans-Christian Buschmann, stellvertretender Zentrumsleiter und Chefarzt für Pneumologie und Allgemeine Innere Medizin. Dadurch bleibe mehr Zeit für die einzelnen Patienten, die bei einer Diagnose von Lungenkrebs in fortgeschrittenem Stadium nicht nur körperlich zu kämpfen hätten. »Deshalb ist es uns wichtig, über die rein medizinische Versorgung hinaus eine psychoonkologische Betreuung anzubieten ­– auch für die Angehörigen«, betont Scholz. Dazu seien auf Krebserkrankungen spezialisierte Psychologen, Therapeuten, Palliativmediziner und Seelsorger eng in das Therapiekonzept eingebunden.

Die Betreuung gehe über den reinen Krankenhausaufenthalt, der durch die neu organisierten Abläufe häufig kürzer ausfalle, hinaus. »Wir sind auch in Bezug auf die Nachbehandlung vernetzt bis hin zu Hospizen«, sagt Scholz. Zudem spiele die Fort- und Weiterbildung von Kollegen, darunter auch niedergelassene Ärzte, eine große Rolle. »Für uns ist es wichtig, gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie wir die Krankheit früher diagnostizieren und damit die Heilungschancen verbessern können«, ergänzt Dr. Horst Leber, Chefarzt der Strahlentherapie. Denn im Frühstadium liege die Heilungschance auch bei Lungenkrebs bei 70 Prozent.

Anerkennung als Ansporn

Der Hausobere des Brüderkrankenhauses, Christoph Robrecht, freut sich, dass das Haus als erstes anerkanntes Lungenkarzinomzentrum ein Alleinstellungsmerkmal in Ostwestfalen-Lippe hat. »Wir sind stolz, dass wir unseren onkologischen Schwerpunkt weiter ausbauen können. Mit dem Onkologischen Zentrum und drei Organzentren sind wir über die Region hinaus Ansprechpartner in Sachen Krebs«, sagt er. Diese Anerkennung sei für die Akteure zugleich aber auch ein Ansporn. »Wir stellen uns regelmäßig einer Überprüfung, ob die Abläufe und die Behandlung so patientenorientiert wie möglich sind«, sagt Zentrumsleiter Guido Scholz.

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