Kampagne bietet Begrüßungsgeld für Studenten Stadt lockt mit 100 Euro zum Erstwohnsitz

Paderborn (ka). Die neue Werbeaktion für den Erstwohnsitz in Paderborn könnte vom Start weg ein Gewinn für alle Beteiligten werden. Die Stadt gibt einmalig 100 Euro  aus und bekommt dafür für  400 Euro Schlüsselzuweisungen pro Jahr. Die Mitglieder der Werbegemeinschaft freuen sich über den Umsatz, und die Studenten bekommen ihren (Gut-)Schein.

Die Wahl des Hauptwohnsitzes lohnt sich: In Paderborn werden Studenten mit einer 100 Euro Prämie gelockt.
Die Wahl des Hauptwohnsitzes lohnt sich: In Paderborn werden Studenten mit einer 100 Euro Prämie gelockt. Foto: Jörn Hannemann

Nachdem die mit viel Vorschusslorbeeren bedachte »Aktion Heimvorteil« auf der Zielgeraden an Dynamik eingebüßt hatte, soll es nun der »Extra-Schein« rausreißen. Die Qualität der dabei gewährten Rabatte habe zu stark variiert, das Potenzial an Kartenträgern sei zumeist ausgeschöpft, und höchstens 20 Prozent der potenziellen Kartenträger sei in die Verlängerung gegangen, führte Stadtpresse- und Marketingchef Jens Reinhard im Rat  aus.
Anstatt eine drohende Zweitwohnsitzsteuer zu erheben (die als Druckmittel auch weiterhin drohen könnte), will die Stadt es jetzt mit einem einmaligen  Begrüßungsgutschein versuchen.  Wie Jens Reinhardt betonte, könne man die genaue Zahl der dafür infrage kommenden Studenten nicht beziffern. »Wir gehen aber nach Rücksprache mit dem Einwohneramt von rund 1800 möglichen Beantragungen im ersten Jahr nach Einführung ab dem Wintersemester 2015/16  aus.« Leider gebe es keine genaueren Zahlen, weil die dafür nötigen wohnortbezogenen Daten keinen Hinweis auf den Status als Student  enthalten.
Also rechnet Paderborn mit Kosten von rund 200 000 Euro, einschließlich der begleitenden Marketingmaßnahmen mit Erstellung eines Corporate Design, dem Aufbau einer Internetseite, Flyern, Werbung in universitätsnahen Publikationen, einem Infostand zu Semesterbeginn und einer Begrüßungsparty im Rathaus. Anfang 2018 soll dann ein Erfolgsresümee gezogen werden. Mit der Werbegemeinschaft wolle man noch über ein mögliches Rabattsystem sprechen.
Die Stadt macht dabei über die Schlüsselzuweisungen des Landes für jeden Neubürger (400 Euro pro Jahr) einen guten Schnitt. Dafür halte man aber auch eine überdurchschnittliche Infrastruktur und Lebensqualität vor. Beschlossen werden soll die Kampagne in der Haushaltssitzung des Rates am  17. Dezember.

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