Zu zögerlich: CDU räumt Fehler in Baulandplanung ein – neue Baugebiete mit 1000 Wohneinheiten »Was kosten denn die Bauplätze?«

Paderborn (WB/pic). Bis zu zehn Jahre ziehen ins Land, bevor Paderborner Kasernen-Flächen nach dem Britenabzug als Bauland genutzt werden können. Das ist dem Paderborner Vize-Bürgermeister und Bauausschussvorsitzendem Dietrich Honervogt viel zu lang. Deshalb weise die Stadt jetzt mehrere Baugebiete für 1000 Wohneinheiten aus.

Die Springbachhöfe im Osten den Stadt sind das größte Paderborner Neubaugebiet, das in Planung ist. Die Fläche bietet Platz für 600 Wohnungen. Hier kann aber wohl erst vom Frühjahr 2017 an gebaut werden.
Die Springbachhöfe im Osten den Stadt sind das größte Paderborner Neubaugebiet, das in Planung ist. Die Fläche bietet Platz für 600 Wohnungen. Hier kann aber wohl erst vom Frühjahr 2017 an gebaut werden. Foto: Jörn Hannemann

In einer Informationsveranstaltung zum Thema »Bauland«, zu dem die Paderborner CDU-Fraktion mit ihren Ratsfrauen Andrea Sonnenberg und Sonja Ergin in das Sport- und Begegnungszentrum des TV 1875 Paderborn im Goldgrund eingeladen hatten, räumte Honervogt ein, dass in Paderborn Verwaltung und Politik bei der Bauland-Ausweisung zu vorsichtig vorgegangen seien. Honervogt: »Es gibt zu wenig Angebote für bezahlbares Wohnen in unserer Stadt. Der Wohnungsmarkt in Paderborn ist eng, die Preise sind hoch.«

Die Stadt habe natürlich die Flächen der Briten im Blick gehabt, aber bis auf die Alanbrooke-Kaserne in der Elsener Straße stünden diese Flächen erst in acht bis zehn Jahren zur Verfügung. Sie müssten erst mal geräumt sein, dann folgen Verhandlungen mit dem Bund, dann müsse man die meisten Gebäude abreißen. Es müsse die Erschließung mit Versorgungsleitungen und Straßen anlaufen, die planungsrechtlichen Prozesse mit verschiedenen Konzepten müssten über die Bühne gehen und erst dann sei an eine Vermarktung zu denken. »Dann sind wir aus heutiger Sicht mindestens acht Jahre weiter«, sagt Honervogt: »So lange wollen und können viele gerade junge Familien nicht warten. Und gerade diese Menschen wollen wir unbedingt in unserer Stadt halten.«

1000 Wohneinheiten

Der Paderborner CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Mertens berichtete von 1000 Wohneinheiten, die in derzeit neu gepanten Baugebieten möglich seien. Mertens nannte Baugebiete in Sande, am Dr. Rörig-Damm in der Stadtheide mit bis zu 230 Wohneinheiten, am Brukterer Weg mit rund 135 Einheiten und die »Springbach Höfe« an der oberen Driburger Straße, deren Entwicklungsstand im Mittelpunkt der Präsentation stand. Hier sollen bis zu 600 neue Einheiten mit allen Wohnformen wie Einfamilien-, Doppel- und Reihen- oder auch Mehrfamilienhäusern entstehen. Die Planungen entstanden aus einem Wettbewerb mit überregionalen Planungsbüros und würden jetzt von der Verwaltung so weiterentwickelt und abgerundet, dass sie den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt werden können. Mit einem Satzungsbeschluss sei im Herbst 2016 zu rechnen. Bei den anderen genannten Gebieten wird das bereits im Frühjahr 2016 der Fall sein.

In der Frage- und Diskussionsrunde stellten Bürger immer wieder die selben Fragen: »Wann ist klar, was die Grundstücke kosten? Wer kann sich bewerben und wo? Wann fallen die Entscheidungen, und wann können wir loslegen?«
 Bauausschussvorsitzender Dietrich Honervogt unterstrich, dass man noch ziemlich am Anfang der Planungen sei. Er nahm die angeregte und sehr positive Diskussion aber zum Anlass für eine Zusage: »Wir warten jetzt die nächsten Schritte ab und wenn wir etwas mehr wissen, dann werden wir wieder kommen und hier vor Ort Rede und Antwort stehen.« Auch in der Stadtheide soll eine entsprechende Informationsveranstaltung stattfinden, teilte Markus Mertens am Freitag mit.

 Dietrich Honervogt machte deutlich, dass Paderborn eine wachsende Stadt mit einer Bevölkerungsprognose von gut 150 000 Einwohnern bis 2020 und rund 158 000 Einwohnern bis 2030 sei.
Weitere Themen im Goldgrund waren das geplante Versorgungszentrum, Mehrgenerationenwohnen und Arbeiten/Wohnen, die Versorgung mit Kitaplätzen, die Verbindung zu benachbarten Wohngebieten und in Richtung City, die Verkehrs- und Querungssituation in der Driburger Straße mit dem geplanten Radweg sowie die ÖPNV-Anbindung.

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