Stadt sucht nach geeignetem Gelände für winterfeste Einrichtung Zeltstadt für 500 Flüchtlinge

Paderborn (WB). Auch in Paderborn wird es voraussichtlich eine »Zeltstadt« für Asylbewerber geben. Das verkündete Paderborns Sozialdezernent Wolfgang Walter im Jugendhilfeausschuss. Wo und wann eine solche Einrichtung  geschaffen wird, sei noch unklar. Sie soll Platz bieten für 500 Flüchtlinge.

Von Rüdiger Kache
Ulrich Münsterteicher ist  stellvertretender Leiter der Notunterkunft in der Sporthalle der Universität. Hier kümmern sich die Johanniter um 300 Flüchtlinge. Ab 11. Oktober müssen   wieder die  Sportstudenten in der Halle für ihr Studium trainieren.
Ulrich Münsterteicher ist stellvertretender Leiter der Notunterkunft in der Sporthalle der Universität. Hier kümmern sich die Johanniter um 300 Flüchtlinge. Ab 11. Oktober müssen wieder die Sportstudenten in der Halle für ihr Studium trainieren. Foto: Besim Mazhiqi

Eine solche »Zeltstadt« sei wintertauglich. »Das ist nicht schön, aber anders ist der Zustrom von Menschen nicht mehr zu bewältigen.« Sollten es ursprünglich nur wenige Tage sein, die die Menschen in solchen Unterkünften verbringen, bis sie in Dauereinrichtungen umziehen, könnten jetzt durchaus einige Wochen vergehen, schloss Walter nicht aus. »Es war und ist bekannt, dass noch mehr Flüchtlinge zu uns kommen werden. Deshalb ist es jetzt unsere Aufgabe, für eine menschenwürdige Unterbringung zu sorgen.«
Walter betonte auch, dass die Bundesrepublik und auch Paderborn nicht überfordert seien, aber man müsse die nach Ende des Bürgerkrieges im Kosovo mit hunderttausenden Flüchtlingen wieder zurückgebaute Kapazität von Aufnahmelagern und Organisationsformen sowie die Strukturen jetzt erst wieder neu schaffen.

Gespräche mit Nachbarn

Der Stadt, so Walter weiter, liege ein Amtshilfeersuchen des Landes für die Aufnahme von 500 weiteren Flüchtlingen vor und man suche zurzeit nach einem geeigneten Standort für eine solche Zeltstadt. »Über mögliche Standorte möchte ich hier öffentlich nicht spekulieren, weil wir erst mit betroffenen Nachbarn sprechen wollen«, sichert Walter bei jedem größeren Standort von Heimen Inforveranstaltungen mit Bürgern und für Bürger zu.

Nachdem als Erstaufnahmeeinrichtung im Auftrag des Regierungspräsidenten Detmold für einige Wochen die Eishalle Mönkeloh genutzt wurde, die jetzt wieder für die Vorbereitung der Eislaufsaison geräumt werden musste, ist jetzt die Sporthalle der Universität (ehemaliger Praktiker-Markt) an der Warburger Straße die Erstaufnahmestelle für inzwischen 300 Flüchtlinge. Bis zum 11. Oktober kann diese Halle genutzt werden, dann wird sie wieder von der Uni im Fachbereich Sport benötigt. Dies, so der Sozialdezernent, mache eine weitere Nutzung unmöglich, weil sonst die Fortführung eines Sport-Studienganges gefährdet sei.

Momentan 1800 Flüchtlinge in Paderborn

Die Situation der Asylbewerber in Paderborn stellt sich derzeit wie folgt dar (nur annähernde Zahlen, weil der Zustrom ständig wächst):
Es gibt momentan rund 1800 Flüchtlinge, von denen 715 in städtischen Unterkünften leben. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, gefolgt von Albanien und dem Kosovo. Die Stadt betreibt aktuell 40 Übergangsheime und eine Notunterkunft (zwölf Personen in der Turnhalle der Förderschule Meinwerk). 150 Asylbewerber leben in vier Containersiedlungen (Paderborn, Elsen, Schloß Neuhaus), die von der Kapazität auch schon bald am Ende seien.

Deutlich wird der Druck auf die Stadt durch die Zahl der Zuweisungen, die 2014 noch insgesamt 343 Personen betrug, in diesem Jahr aber jetzt schon bei 482 liegt und möglicherweise auf 1000 bis Jahresende steigen könnte.
Walter betonte vor dem Ausschuss aber auch, dass sich die Suche nach Heimen und das Miteinander der Bürger mit den Flüchtlingen in den Ortsteilen in »gutem sozialen Frieden« gestalte. Auch sei die Hilfsbereitschaft der Paderborner enorm hoch. Man habe in allen Stadtteilen Wohnungen gefunden.

Kommentare

englische Kasernen für Flüchtlinge?

Zelte und Eishallen sind ja eher nicht menschenwürdig. Mich würde interessieren ob auch in PB die englische Armee angesprochen wurde M.E.n. müsste es da doch einiges in Sennelager, Schloß-Neuhaus und PB an leerstehenden Kasernengebäuden geben die mit geringem Aufwand einzurichten sind. Die Masse der englischen Soldaten ist doch eh schon abgezogen. Oder liege ich da falsch?

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