Asylsuchende sollen schneller in ein angenehmeres Wohnumfeld umziehen können Kreis registriert Flüchtlinge jetzt selbst

Kreis Paderborn (WB/dpa). Um  Städte mit Erstaufnahmestellen für Flüchtlinge zu entlasten, registriert der Kreis Paderborn Ankommende nun selbst. Damit soll auch erreicht werden, dass die Menschen nicht so lange in provisorischen Notunterkünften bleiben müssten, sagt Landrat Manfred Müller.

Jessica Gaber und Christian Körner registrieren eine Flüchtlingsfamilie aus Somalia.
Jessica Gaber und Christian Körner registrieren eine Flüchtlingsfamilie aus Somalia.

Flüchtlinge können erst einen Asylantrag stellen und auf die Kommunen verteilt werden, wenn ihre Personalien aufgenommen worden sind. Dies geschah bislang ausschließlich in den Zentralen Ausländerbehörden des Landes in Bielefeld, Dortmund und Siegen-Wittgenstein. Die Unterkünfte dort sind aber seit Wochen überfüllt, Dortmund ist am Montag zum wiederholten Mal geschlossen worden.

Nun stehe auch in einer Notunterkunft in Staumühle geschultes Personal bereit. Ein Großteil der Flüchtlinge, die bislang in Notunterkünften über das Land verteilt sind, sei nicht registriert – so auch in Staumühle. Sie müssten nun nicht mehr eigens nach Dortmund oder Bielefeld gebracht werden, um registriert zu werden. »Wir müssen helfen, damit die Flüchtlinge nicht über Monate in der Notunterkunft verbringen. Die Unterbringungssituation ist dort sehr beengt und führt zu angespannten Zuständen in der Einrichtung«, sagt Landrat Manfred Müller.

Der Zustrom von Flüchtlingen zwingt die Bezirksregierungen dazu, immer mehr Notaufnahmeeinrichtungen zu schaffen, da die Erstaufnahmeeinrichtungen in Dortmund und Bielefeld völlig überlastet sind. Mittlerweile werden auch große Städte um Amtshilfe gebeten, Notaufnahmeeinrichtungen zu schaffen.

Paderborn hat die Eissporthalle in Mönkeloh vorübergehend in Beschlag genommen, um 150 Flüchtlinge unterzubringen. In der Notaufnahmeeinrichtung Staumühle verbringen die 720 Flüchtlinge schon mehr als vier Wochen, ohne dass sie registriert worden sind. Deshalb werde es Zeit, dass die Flüchtlinge, die teils traumatisiert sind, schnellstmöglich registriert werden und dann in ein angenehmeres Umfeld kommen könnten, so Müller.

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