Offener Brief an die Landesregierung: »Mehr Heimplätze bauen!« Studenten beklagen Wohnungsmangel

Bielefeld/Paderborn (WB). 5000 zusätzliche Wohnheimplätze als erster Schritt – wegen steigender Mieten und fehlenden Wohnraums  in den Unistädten fordern die Studentenwerke und Studentenvertretungen in NRW das Land zu mehr Investitionen auf.

Von Bernd Bexte
Stadtnahe Wohnheimplätze wie hier in Bielefeld  sind besonders begehrt, bei steigenden Studentenzahlen allerdings rar.
Stadtnahe Wohnheimplätze wie hier in Bielefeld sind besonders begehrt, bei steigenden Studentenzahlen allerdings rar. Foto: Thomas F. Starke

In einem gemeinsamen offenen Brief wenden sich die zwölf Studentenwerke – sie sind für den Betrieb der Wohnheime zuständig – und die Allgemeinen Studentenausschüsse (AStA) von zwölf Hochschulen an die Landesregierung und die Landtagsfraktionen. »Mit dem Mangel an Wohnplätzen an vielen Hochschulstandorten gehen steigende Mietpreise einher, die von Studierenden nicht zu bezahlen sind«, heißt es darin. 

Realistische Zielmarke

Mitunterzeichner sind die Studentenvertretungen der Universitäten Bielefeld und Paderborn. »Trotz der stetig wachsenden Studierendenzahlen findet derzeit kaum ein Ausbau der Wohnheimplätze  statt«, kritisieren die Unterzeichner.

An den NRW-Hochschulen sind derzeit 564.000 Studenten eingeschrieben. Ihnen stehen 38.400 Wohnheimplätze zur Verfügung. »Unser Ziel ist, jedem zehnten einen Wohnheimplatz anbieten zu können«, erläutert Helga Fels von der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke NRW mit Sitz in Bielefeld. Die Lücke ist also noch groß. Besonders angespannt sei die Lage in Paderborn, Aachen, Köln, Münster und Siegen. »Zunächst einmal 5000 zusätzliche Plätze wären eine erste realistische Zielmarke.«

Studierendenwerke häufen Schulden an

Da den Studentenwerken das Geld für Investitionen in neue Wohnheime fehle, könnten viele Studenten nur auf dem freien Wohnungsmarkt auf die Suche nach einer Unterkunft gehen – zu entsprechend höheren Preisen. Dabei seien günstige Wohnheimplätze eine Voraussetzung für finanziell schwächer gestellte Studenten, um sich ein Studium leisten zu können, heißt es in dem  Brief.

Das Engagement des Landes reiche nicht: Seit 2011 bestehe ein Förderangebot für den Bau von Wohnheimen. Seit 2014 gebe es zudem   jährlich eine 50 Millionen Euro schwere Wohnraumförderung als zinsgünstige Darlehen. »Die Studierendenwerke erhalten somit  zwar eine finanzielle Unterstützung vom Land, häufen faktisch jedoch kontinuierlich Schulden an. An echten Investitionszuschüssen für Neu- und  Bestandsbauten führt derzeit kein Weg vorbei«, konstatieren Studentenwerke und Studentenvertretungen in dem Schreiben, das   unter anderem NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) zugesandt wurde.

Das Studentenwerk Bielefeld ist derzeit für 2671 Wohnheimplätze zuständig, das Studentenwerk Paderborn für 1498.

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