Befangenheitsantrag des Verteidigers sorgt für Verzögerung - Gutachter stuft Angeklagten als schuldfähig ein Noch kein Urteil im »Scheunenmord«-Prozess

Paderborn (dpa). Im Prozess um den sogenannten Scheunenmord am Landgericht Paderborn hat ein psychiatrischer Gutachter den 19-jährigen Angeklagten als schuldfähig eingestuft.

Der Angeklagte und sein Verteidiger Jerrit Schöll.
Der Angeklagte und sein Verteidiger Jerrit Schöll.

Eine Reifeverzögerung sei aber nicht ausgeschlossen, sagte der Experte am Dienstag. Dies kann dazu führen, dass der junge Mann nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wird. Der Angeklagte hatte allerdings eine persönliche Untersuchung abgelehnt. Der Gutachter musste sich daher auf eigene Beobachtungen im Prozess und auf Aussagen Dritter stützen.

Anders als erwartet, kam es am Dienstag noch nicht zu Plädoyers und Urteil. Die Verteidigung hatte noch mehrere Beweisanträge etwa zu den Aussagen eines Gerichtsmediziners gestellt. Als diese vom Gericht abgelehnt wurde, gab es einen Befangenheitsantrag gegen die Jugendstrafkammer. Über diesen war am frühen Abend noch nicht entschieden.

Der 19-Jährige aus Geseke (Kreis Soest) soll im Juni 2014 einen langjährigen Freund an einer Feldscheune in Büren getötet haben. Zunächst soll er dem zwei Jahre jüngeren Opfer mehrfach mit einer Eisenstange auf den Hinterkopf geschlagen haben. Später soll er dem Schwerverletzten mit einem Messer die Kehle durchgeschnitten haben. 

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