Ausstellung im Kreishaus zeigt Egge-Moore in Lichtenau Wertvolle Naturschönheiten

Lichtenau (WB/han). Schön und schützenswert: Das sind die Egge-Moore, von denen viele im Raum Lichtenau liegen. Eine Ausstellung, die seit gestern im Kreishaus zu sehen ist, zeigt ihren Zauber und ihre Bewohner.

Die Egge-Moore (im Bild das Schwarze Bruch in Lichtenau) sollen mit einem Förderprogramm ökologisch verbessert werden. Eine Ausstellung im Kreishaus zeigt noch bis zum 8. Juni die ökologische Bedeutung, aber auch die Schönheit der Egge-Moore.
Die Egge-Moore (im Bild das Schwarze Bruch in Lichtenau) sollen mit einem Förderprogramm ökologisch verbessert werden. Eine Ausstellung im Kreishaus zeigt noch bis zum 8. Juni die ökologische Bedeutung, aber auch die Schönheit der Egge-Moore. Foto: Franz Hasse

Weltweit speichern Moore mehr klimaschädliches Kohlendioxid als alle Wälder zusammen. Außerdem sind sie Lebensräume für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Trotzdem wird ihre Bedeutung oft unterschätzt.

Das trifft auch auf die Egge-Moore in Lichtenau am Westhang des Eggegebirges zu, die zudem noch wunderschöne, idyllische Naturräume sind. Sie stehen im Mittelpunkt der Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station Kreis Paderborn-Senne entstanden und noch bis Freitag, 8. Juni, während der Öffnungszeiten im Paderborner Kreishaus zu sehen ist.

Frühere Generationen haben in den Mooren Torf abgebaut oder versucht, sie trocken zu legen. Intakt sind die ökologisch wertvollen Egge-Moore als Folge dieser historischen Nutzung heute nicht mehr.

Die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne, das Regionalforstamt Hochstift des Landesbetriebes Wald und Holz NRW und das Landesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz haben gemeinsam Fördermittel aus dem europäischen Naturschutzfond »Life+« eingeworben, um Verbesserungsmaßnahmen in den Naturschutzgebieten »Eselsbett und Schwarzes Bruch« zwischen Kleinenberg und Hakenberg und »Sauerbachtal Bülheim«, gelegen links der Bundesstraße 68 zwischen Lichtenau und Kleinenberg, umzusetzen.

Zwei Maßnahmen

Gelingen soll das vor allem durch zwei Maßnahmen. So werden die in den vergangenen Jahrzehnten aufgewachsenen Gehölze wie Kiefern, Fichten und Weiden entfernt, damit die Moorgebiete weniger Wasser durch Verdunstung verlieren. Denn Gehölze entziehen dem Moor sehr viel Wasser, das sie über ihre Blätter verdunsten. Um den Wasserverlust zu minimieren, entfernen Forstwirte beispielsweise im Teilgebiet »Schwarzes Bruch« die in den vergangenen Jahrzehnten aufgewachsenen Kiefern und Fichten.

Außerdem sollen in der Vergangenheit angelegte Entwässerungsgräben und Abflussmulden verschlossen werden, damit der Wasserabfluss aus den Gebieten vermindert wird.

Die Initiatoren versprechen sich davon neben den direkten Wirkungen auf den Wasserhaushalt und die Lebensräume für seltene Vogel-, Pflanzen und Insektenarten auch einen positiven Klimaschutz-Effekt.

Um die Maßnahmen gut planen zu können, gehören auch umfangreiche hydrologische und biologische Grundlagenuntersuchungen zu dem Programm. Zur Messung der Wasserzu- und -abflüsse aus dem Moor wurden insgesamt 26 flache Grundwassermessstellen und drei sogenannte Thomson-Wehre gebaut. An den Thomson-Wehren wird der Wasserabfluss gemessen. Die an den flachen Grundwassermessstellen im Moor eingebauten Messsonden zeichnen kontinuierlich den Wasserstand auf und werden regelmäßig ausgelesen.

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