Oliver Sielhorst ist neuer Revierförster in Kleinenberg Traumjob im Wald

Lichtenau (WB). »Es ist ein bisschen wie beim Forsthaus Falkenau«, sagt Oliver Sielhorst lachend. Für den 43-Jährigen hat sich ein beruflicher Traum erfüllt. Er ist als neuer Förster für das riesige zusammenhängende Waldgebiet zwischen Kleinenberg, Blankenrode und Hardehausen zuständig.

Von Hanne Hagelgans
Das riesige zusammenhängende Waldgebiet zwischen Kleinenberg, Blankenrode und Hardehausen ist der Arbeitsplatz von Oliver Sielhorst. Der Revierförster, der mit seiner Familie nach Kleinenberg zieht, freut sich auf seine neue Aufgabe.
Das riesige zusammenhängende Waldgebiet zwischen Kleinenberg, Blankenrode und Hardehausen ist der Arbeitsplatz von Oliver Sielhorst. Der Revierförster, der mit seiner Familie nach Kleinenberg zieht, freut sich auf seine neue Aufgabe. Foto: Besim Mazhiqi

Rund 2300 Hektar, gelegen jeweils etwa zur Hälfte in den Kreisen Paderborn und Höxter, umfasst sein neues Reich. »Das Revier ist riesengroß, und es ist wunderschön«, findet Sielhorst. Seit dem ersten Februar ist er neuer Revierförster und damit Nachfolger von Christian Düll, der zum Nationalpark Eifel gewechselt ist.

Forsthaus wird noch renoviert

In den nächsten Tagen wird er mit seiner Frau und den beiden zwei und sechs Jahre alten Kindern ins Kleinenberger Forsthaus einziehen. Töchterchen Johanna, die im Sommer in Lichtenau eingeschult werden soll, geht bereits in Kleinenberg in den Kindergarten, den auch der kleine Bruder Ferdinand bald besuchen wird. Zurzeit wird im Forsthaus noch renoviert: »Mit zwei Kindern brauchen wir ein Zimmer mehr, darum wird mein Büro im ehemaligen Schweinestall untergebracht«, erzählt Oliver Sielhorst.

Mit dem Umzug nach Kleinenberg schließt sich für ihn ein Kreis. Denn der gebürtige Verler, der im niedersächsischen Göttingen Forstwirtschaft studiert hat, hat während des praktischen Teils seiner Ausbildung bereits in Kleinenberg gewohnt und im Dalheimer Wald gearbeitet.

Dieses Gefühl der Heimkehr sei für ihn ein Grund gewesen, sich zu bewerben, als Roland Schockemöhle, Leiter des Regionalforstamtes Hochstift, ihn auf die frei werdende Stelle in Kleinenberg aufmerksam machte. Nach zehn Jahren im Münsterland war Oliver Sielhorst die vergangenen drei Jahre Revierförster in Marsberg-Bredelar. »Ich hatte eigentlich gedacht, dass ich dort auch noch lange bleibe«, verrät er. Doch der Familienrat war angetan von der Idee, ins idyllisch gelegene Forsthaus nach Kleinenberg zu ziehen. Und weil Tochter Johanna ohnehin erst im Sommer eingeschult wird und darum nicht die Schule wechseln muss, fiel die Entscheidung für den Umzug.

Neues Revier im Ausnahmezustand

Jetzt freut sich Oliver Sielhorst auf seine neue Aufgabe. Auch wenn, oder vielleicht gerade weil, er sein neues Revier in einem Ausnahmezustand übernimmt. Denn Sturm Friederike hat auch auf »seinen« 2300 Hektar erhebliche Schäden hinterlassen. »20.000 Festmeter liegen«, erzählt er. Das sei deutlich mehr als der normale Jahreseinschlag von etwa 12.500 Festmetern.

Mittlerweile seien die Waldwege für die Forstmitarbeiter wieder frei, wenn die Wälder für Spaziergänger allerdings auch noch bis Ende Februar gesperrt bleiben. Nach und nach machen sich Sielhorst und sein Team aus einem Forstwirtschaftsmeister, fünf Auszubildenden und zwei Forstwirten nun an die Aufarbeitung. Der trockene Frost kommt ihnen dabei zugute. Denn bei Nässe und Matsch könnten die schweren Maschinen im Wald nicht arbeiten. Außerdem, berichtet Sielhorst, seien viele Bäume mitsamt Wurzelballen umgestürzt. So sterben sie nicht sofort ab und sind darum weniger anfällig für Schädlinge. Glück im Unglück also zum Start für den neuen Förster.

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