CDU möchte plattdeutschen Namen auf Dalheimer Ortsschild Willkommen in »Dalme«

Dalheim (WB). »Dalme«, so heißt der Lichtenauer Ortsteil Dalheim auf Plattdeutsch. Die CDU-Ortsunion wünscht sich, dass auch dieser Name künftig ganz offiziell auf dem Ortschild zu lesen ist.

Von Hanne Hagelgans
Die CDU möchte, dass auf dem Dalheimer Ortsschild künftig auch der plattdeutsche Name Dalme zu lesen ist und hat im Rat einen entsprechenden Antrag gestellt. Darüber soll nun zunächst der Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales diskutieren.
Die CDU möchte, dass auf dem Dalheimer Ortsschild künftig auch der plattdeutsche Name Dalme zu lesen ist und hat im Rat einen entsprechenden Antrag gestellt. Darüber soll nun zunächst der Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales diskutieren. Foto: Jörn Hannemann

In seiner letzten Sitzung im vergangenen Jahr hat der neue Landtag in Düsseldorf entschieden, dass Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen künftig in kleinerer Schrift auch ihren plattdeutschen Namen auf dem Ortsschild tragen dürfen. Der Ort Dalheim, der vor allem wegen des Klostermuseums übers Jahr von vielen auswärtigen Gäste besucht wird, möchte die neue Möglichkeit gerne nutzen.

»Leider ist die plattdeutsche Sprache immer weiter auf dem Rückzug«, schreibt Ortsvorsteher Christoph Wiedemeier in seinem Antrag an Rat und Bürgermeister. Andererseits erfolge über diese Sprache aber immer noch eine hohe Identifikation mit der Heimat und dem eigenen Dorf.

Politiker wollen Grundsatzbeschluss fassen

Weil auch die Iggenhäuser einen entsprechenden Antrag bereits mündlich angekündigt haben, sollte ein Grundsatzbeschluss gefasst werden, wie mit der Frage umzugehen sei, schlug Bürgermeister Josef Hartmann im Stadtrat vor. Die Politiker entschieden darum, das Thema zunächst im Ausschuss für Bildung, Kultur und Soziales inhaltlich zu diskutieren. So werde es schließlich auch bei der Um- oder Neubenennung von Straßen gehandhabt, widersprach Josef Eich (CDU) Ewald Reichstein von der SPD, der die Frage direkt im Rat geklärt wissen wollte.

Allerdings klang dort während der Sitzung am Donnerstagabend bereits Skepsis an. Die Ergänzung des plattdeutschen Namens auf dem Ortsschild sei zurzeit offenbar in Mode, meinte FDP-Ratsherr Uwe Kirschner und verwies auf die Kosten. Denn es sei zu erwarten, dass nach Dalheim und Iggenhausen auch die weiteren Orte im Stadtgebiet Lichtenau ähnliche Vorstöße unternehmen würden.

Antrag auf »Energiestadt« abgelehnt

Kirschner erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion vor Jahren ein Antrag der FDP abgelehnt worden sei. Die Liberalen wollten den Begriff »Energiestadt« auf den Lichtenauer Ortschildern ergänzt wissen. Damals habe aber die CDU mit Blick auf die Kosten abgewunken.

Die zweisprachigen Ortseingangsschilder sollen, so das Ziel der Landesregierung, die Regionalsprache im öffentlichen Raum sichtbar machen und dazu beitragen, dass sich die Einwohner stärker mit »ihrem« Ort identifizieren. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein ist dieser Zusatz schon seit längerer Zeit erlaubt. Rund acht Millionen Menschen in Deutschland beherrschen nach Schätzungen noch die plattdeutsche Sprache.

Kommentar

Autos mit dem Altkreis-Kennzeichen BÜR rollen schon seit einiger Zeit wieder durchs Paderborner Land. Nun sollen also die plattdeutschen Namen auf den Ortsschildern Einzug halten. Offenbar gibt es ein Bedürfnis, in einer weltweit vernetzten Welt, die sich immer schneller zu drehen scheint, Heimatverbundenheit auch nach außen hin zu zeigen. Und warum auch nicht? Die Kosten, die entstehen, wenn nach und nach pro Dorf zwei bis vier Schilder ausgetauscht werden müssen, dürften überschaubar sein. Und vielleicht findet sich ja mancherorts sogar ein Heimatverein, eine Windkraft-Stiftung oder ein anderer Sponsor für das Projekt. Hanne Hagelgans

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