Spielschar überzeugt das Publikum in Lichtenau Energiegeladener Karneval

Lichtenau (WB). Eindrucksvoll stellten die Lich­tenauer beim großen Galaabend unter Beweis, dass sie den Namen »Energiestadt« zu Recht tragen: drei Stunden volles Programm und anschließende stundenlange Party mit Vollgas. Seit Jahrzehnten sorgt die Spielschar dafür, dass auch an der Egge kräftig Bühnen-Karneval gefeiert wird.

Mit den Lichtenauer Showgirls ging es bei der gut besuchten Gala in der Schützenhalle in den Wilden Westen.
Mit den Lichtenauer Showgirls ging es bei der gut besuchten Gala in der Schützenhalle in den Wilden Westen. Foto: Hans Büttner

Getreu der Lichtenauer Tradition: »Alles aus eigener Herstellung« waren, bis auf die Siddinghausener Tanzgruppe »Dance Aholics«, nur Lichtenauer Akteure auf der Bühne. Die jungen Tänzerinnen aus Singsen waren mit ihrem »Tarzan-Tanz«, beim dem sie tolle Kostüme und aufwendige Requisiten zum Einsatz brachten, eine schöne Bereicherung der abendlichen Bühnenshow.

Gleich in doppelter Hinsicht war auch Bürgermeister Josef Hartmann begeistert. Einerseits freute er sich darüber, dass es besonders junge Akteure sind, die für eine prächtige Stimmung in der Halle sorgen und anderseits darüber, dass er und seine Verwaltung in diesem Jahr in der »Chronik-Büttenrede«, vorgetragen von David Glahn und Patrick Belage, mit einem »blauen Auge« davon gekommen war.

»Lechnogge kürt platt«

Mit »Lechnogge kürt platt«, war ein Sketch auf der Bühne, der die Zuhörer förmlich von ihren Stühlen riss. Toll, wie Lichtenauer Schüler von Fräulein Scholz (Christian Pittig) in plattdeutsch unterrichtet wurde. Allerding stieß auch Fräulein Scholz an ihre Grenzen, als mit Berni aus Dörenhagen ein Neuer in die Klasse kam: Der konnte nämlich kein Lechnogger Platt.

Dass die Bundeswehr auch nicht mehr das ist, was sie einmal war, musste Unteroffizier Müller bei der Rekrutenausbildung feststellen. »Freiwillige beim Bund«, hieß der Sketch, bei dem Anna Stiene Mark, Hendrik Bentfeld, Leon von Rüden, Patrick Berlage und Maximilian Richters mitwirkten.

Auch Mönche haben es heute nicht leicht; besonders wenn sie auf Pilgerreise sind. Dass da nur weltliche Genüsse weiterhelfen, glaubten die Klosterbrüder Marius Wagemeier und Bernd Lilienweiß in ihrem Bühnenstück »Zwei Mönche auf Wanderschaft«. Hatte Sitzungspräsident Jannik Sievers, der auch geschickt durch das Programm führte, beim Schulsketch schon die erste Rakete gezündet, folgte die zweite nach dem Auftritt der Lichtenauer Showgirls. Mit »Cowboy und Indiander« zogen sie ein und nahmen die 500 Besucher mit in den Wilden Westen. Als dann auch noch John Denvers »Country Roads« ertönte, da standen die meisten schon auf den Stühlen. Von den Stühlen runter zur großen Polonäse holten Christian Pittig und Ingo Claes die kreativ kostümierte Galagäste mit ihrem Live-Gesang.

Allrounder im giftgrünen Anzug

Die hatten noch nicht ganz wieder Platz genommen, als Allrounder Christian Pittig in seinem giftgrünen Anzug, »gesponsert von der Provinzial-Versicherung«, das Narrenvolk mit auf eine Rätselrunde nahm. Rätselhafte Wortspiele überforderten so manches Narrenhirn an diesem Abend. Lockerer ging es zu, als die hübschen Mädchen der Tanzgarde mit Top-Gardetanz begeisterten.

Auch das letzte Drittel des Programms hatte es in sich. Der Sketch »Beim Therapeuten« mit Anna Stiene und Patrick Berlage, der nicht nur Vorsitzender der Spielschar ist, sondern auch den Hauptanteil der Organisation getätigt hat, sorgte für viele Lacher. Es folgte mit dem Tanz des Elferrats ein weiterer Höhepunkt. Den gab es auch beim Auftritt des Männerballetts. Nach Italien, nach Venedig, entführte die Tanz- und Showakrobaten in ihren tollen Kostümen das Publikum. Bevor es nach der Schunkelrunde zum Tanzabend für alle überging, holten sich alle 85 Akteure beim großem Finale nochmals den Dank des Publikums in Form von donnerndem Applaus ab.

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