Husener Firma Mühlenhof-Restaurierungen ist bundesweit erfolgreich Werkstatt wächst

Lichtenau (WB). Bundesweit ist das 20-köpfige Team der Firma Mühlenhof-Restaurierungen gefragt. Weil der Platz in der gemieteten Werkshalle zwischen Atteln und Husen schon längst knapp geworden ist, steht jetzt ein Umzug an.

Von Hanne Hagelgans
Packen an, damit alte Gebäude in ganz Deutschland wieder in neuem Glanz erstrahlen können: (von links) Marcel von Rüden, Christian Schulte (Geschäftsführer von Mühlenhof-Restaurierungen), Adrian Kyrcz und Lavinia Kämper.
Packen an, damit alte Gebäude in ganz Deutschland wieder in neuem Glanz erstrahlen können: (von links) Marcel von Rüden, Christian Schulte (Geschäftsführer von Mühlenhof-Restaurierungen), Adrian Kyrcz und Lavinia Kämper. Foto: Besim Mazhiqi

Eine rund 16.000 Quadratmeter große Halle im Industriegebiet Auf dem Hohenloh, die früher zur Spenner Holzwarenfabrik gehörte, haben die Geschäftsführer Christian Schulte und Ulrich Buschmeier gekauft. Damit verdoppelt sich der Platz, der zurzeit zum Arbeiten und als Lager in einer gemieteten Halle am Ortsausgang Attelns zur Verfügung steht. Die aus den 1980er Jahren stammende Halle muss nun noch renoviert werden. Für den Herbst ist dann der Umzug geplant.

Auch im österreichischen Graz waren die Lichtenauer Fachleute schon aktiv

Er ist eine weitere Station einer Erfolgsgeschichte, die vor 15 Jahren begonnen hat. Als Subunternehmer waren Schulte und Buschmeier damals im Rahmen einer großen Sanierungsmaßnahme für die Aufarbeitung von 650 Quadratmetern Parkett im Klostermuseum Johanneum im österreichischen Graz verantwortlich. Nach erfolgreichem Abschluss dachten sich die beiden Handwerker, die im selben Betrieb in Paderborn gelernt haben: »Das können wir auch selber - warum sollen wir Subunternehmer bleiben?«

Als Zwei-Mann-Unternehmen machten sie sich selbstständig. Den Namen Mühlenhof-Restaurierungen lieferte das Elternhaus Christian Schultes am Husener Ortsrand, in dem noch heute das Büro des Unternehmens untergebracht ist: Zu dem ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude gehörte auch eine Wassermühle.

Die Tischler packen nicht nur vor der Haustür, sondern auch in Lichtenau an

Nicht nur bei Projekten in ganz Deutschland, sondern auch direkt vor der Haustür packten die beiden Tischler und Restauratoren an, um alte Gebäude wieder schön aussehen zu lassen. So arbeiteten sie unter anderem an der Orangerie und am Wintergarten im Kloster Dalheim mit. Ihre Spezialität sind Türen, Fenster und Verkleidungen, die entsprechend den Richtlinien des Denkmalschutzes aufgearbeitet werden. Der Ruf der Mühlenhof-Restaurierungen wuchs. Nach und nach wurden Mitarbeiter eingestellt, neue Maschinen angeschafft und eine zweite Halle gemietet.

Der »Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege«, vergeben von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks, belohnte im Herbst die Erfolge des Unternehmens. Aktuell arbeiten Christian Schulte und Ulrich Buschmeier mit ihrem Team am Gut Rödinghausen bei Menden. 60 Fenster des historischen Gebäudes, das zu einem Industriemuseum werden soll, wurden abmontiert, nach Atteln gebracht und werden hier aufgearbeitet.

Das Unternehmen restauriert Wandvertäfelungen des Schlosses Mannheim

Außerdem beschäftigt das Unternehmen zurzeit das Schloss Mannheim, dessen aus den 1950er und 1960er Jahren stammende Wandvertäfelungen in einem Veranstaltungssaal restauriert werden. In der Kölner Oper arbeiteten sie über insgesamt drei Jahre hinweg die komplette Vertäfelung der Wand auf.

Bei ihrer Arbeit setzen die Fachleute gerne auf Farben auf Leinöl-Basis, wie es schon Bauherren vor Jahrhunderten taten. »Diese Farben sind besonders langlebig und müssen anders als Industriefarben nicht alle paar Jahre nachgestrichen werden«, erzählt Christian Schulte.

Nicht nur beim Platz, sondern auch bei der Mitarbeiterzahl würde das junge Unternehmen gern wachsen. Doch das ist gar nicht so einfach: »Gute Handwerker sind schwer zu finden«, weiß Christian Schulte. Mühlenhof-Restaurierungen bildet darum auch eigene Lehrlinge aus. Besonders gesucht sind zurzeit neben Tischlern auch noch weitere Maler.

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