In der Stadt Lichtenau diskutieren Ehrenamtliche über Hilfsangebote Erst Unterbringung, dann Integration

Lichtenau-Atteln(WB/jop). Die Integration der Flüchtlinge im Lich­tenauer Stadtgebiet schreitet voran. In Atteln, Herbram und der Kernstadt werden Begegnungsstätten eingerichtet, die für eine bessere Einbindung der Asylbewerber in das Dorfleben sorgen sollen. Die Pläne dazu wurden jetzt, zusammen mit weiteren ehrenamtlichen Initiativen aus dem Altenautal, in Atteln vorgestellt.

Angela Uphoff (links) und Monika Rüsing hatten als ehrenamtliche Helfer gemeinsam mit Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann zu dem Infoabend eingeladen. In diesem Jahr steht die Integration der Zuwanderer im Blickpunkt.
Angela Uphoff (links) und Monika Rüsing hatten als ehrenamtliche Helfer gemeinsam mit Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann zu dem Infoabend eingeladen. In diesem Jahr steht die Integration der Zuwanderer im Blickpunkt. Foto: Johanna Pietsch

Mehr als 80 Besucher füllten das Jugendheim in Atteln und folgten somit der Einladung der ehrenamtlichen Helfer des »Café Mittendrin« und Bürgermeister Josef Hartmann. Bei einem Informationsabend sollte die Bevölkerung aus dem Altenautal über den derzeitigen Stand der Flüchtlingssituation aufgeklärt und zur Integrationsarbeit animiert werden.

»Während wir uns im vergangenen Jahr hauptsächlich um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmern konnten, ist der Schwerpunkt 2016 die Inte­gration in das Dorf- und Alltagsleben«, sagte Lichtenaus Bürgermeister Josef Hartmann.

Im März hatte sich die Stadt für ein Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen beworben, das jetzt genehmigt wurde. Damit erhält Lichtenau 304 000 Euro zur Ausweitung der Integrationsmaßnahmen. Im alten Amtsgebäude Atteln, in der ehemaligen Grundschule Herbram und im Haus Kurte in Lichtenau wird jeweils eine Begegnungsstätte errichtet.

Neben einem Schulungsraum und einer Küche soll auch Platz für ein Büro sein. Dort kommt dann ein Sozialarbeiter unter. »Die Suche nach einer geeigneten Fachkraft wird sich wahrscheinlich noch schwierig gestalten, der Markt ist derzeit wie leer gefegt«, berichtete Josef Hartmann. Trotzdem sei geplant, die Zentren im Sommer in Betrieb zu nehmen.

Im Altenautal gibt es bereits einige Initiativen zur Integration der Flüchtlinge. Das »Café Mittendrin« als zentraler Treffpunkt für Helfer und Asylbewerber kann nach einem Jahr eine positive Bilanz ziehen: »Es sind schon viele Helfer dazu gekommen, und wenn jeder ein bisschen mitmacht, können wir es auch für jeden schöner machen«, erzählt Initiatorin Angela Uphoff. Zurzeit wird daran gearbeitet, das Freifunk-Netz in der Umgebung zu vergrößern, um kostenlosen Internetzugang zu gewähren.

Auch in Husen tut sich einiges: Dort gibt es nicht nur eine Fahrradwerkstatt, die Flüchtlinge haben auch die Möglichkeit, mit Einheimischen Fußball zu spielen. Sieben Spieler sind bereits im Verein gemeldet.

Neben diesen Initiativen wurde auch das »Ali-Noori-Haus« vorgestellt, das im Spieker entsteht. Dort kommen neun unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge unter. Ziel sei es, ein Netzwerk mit allen Flüchtlingen und Helfern aus dem Altenautal zu knüpfen, so der zukünftige Heimleiter Marco Wischermann.

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