Zwei Polizisten der Wache Stukenbrock sterben bei Unfall auf A 44 Sie hatten keine Chance

Lichtenau (WB). Nach dem Tod der beiden Autobahnpolizisten auf der A44 hat NRW-Innenminister Ralf Jäger am Donnerstag Trauerflor für die Streifenwagen angeordnet.

Von Jürgen Vahle
Der Streifenwagen: zerquetscht und ausgebrannt bis aufs nackte Blech.
Der Streifenwagen: zerquetscht und ausgebrannt bis aufs nackte Blech. Foto: Jürgen Vahle

Der Unfall passierte in der Nacht zu gestern, als ein Lkw den Streifenwagen auf dem Randstreifen rammte. Die 46 Jahre alte Beamtin, sie soll aus Marsberg stammen, und ihr 51-jähriger Kollege, der aus Büren kommen soll, verbrannten in ihrem Fahrzeug. NRW-Innenminister Ralf Jäger: »Mein Mitgefühl gilt den Familien, Freunden und Kollegen der Opfer.«

Die Beamten der Wache Stukenbrock hatten auf dem Randstreifen nahe der Ausfahrt Lichtenau in Fahrtrichtung Dortmund auf Kollegen gewartet, um gemeinsam ein verdächtiges Fahrzeug zu überprüfen. Ein Lastwagen einer großen Spedition aus Osnabrück raste von hinten nahezu ungebremst auf den stehenden Streifenwagen, der etwa 100 Meter über die Fahrbahn geschoben wurde. Der Wagen stand sofort in Flammen und brannte blitzartig aus. Die Polizisten konnten sich nicht mehr retten.

Der 34-jährige Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Er wurde auf Drogen hin untersucht. Ein Vortest verlief nach Informationen der Polizei positiv. Ein Beamter: »Sollte sich das bestätigen, wäre das ein weiteres Indiz dafür, dass die Forderung nach Drogenfreigabe ein Irrsinn ist.«

Die an dem Einsatz beteiligten Beamten der Autobahnpolizei werden derzeit von einem Spezialteam psychologisch betreut. Kollegen aus Paderborn übernahmen die Unfallaufnahme. Mobile Stellwände wurden aufgestellt, um die Hilfskräfte vor den Blicken anderer Autofahrer zu schützen. Ein Sachverständiger wurde angefordert, Lkw und Streifenwagen sichergestellt. Von einem Polizeihubschrauber aus wurde die Unfallstelle begutachtet. Im Laufe des Vormittags wurde die Fahrbahn wieder freigegeben.

Ein Polizist sagte dem WESTFALEN-BLATT, die Beamten hätten die Gefahr offenbar nicht kommen sehen. »Sie funkten zum Zeitpunkt des Unfalls. Man konnte einen Schrei hören.« Offiziell wollte die Bielefelder Polizei diese Schilderung nicht bestätigen. Randstreifen werden immer wieder zu tödlichen Fallen, weil Lkw nach rechts »abdriften«. Autofahrer sollten deshalb im Pannenfall jenseits der Leitplanke warten.

Kommentare

Warum darf ein Beamter das Schicksal seiner Kollegen instrumentalisieren?

Mein Beileid den Angehörigen.

Ein Beamter: »Sollte sich das bestätigen, wäre das ein weiteres Indiz dafür, dass die Forderung nach Drogenfreigabe ein Irrsinn ist.«
Pfui, lieber Herr Beamter (ich bin selber auch einer). Was hat diese Tragödie mit der Diskussion um eine Cannabis-Entkriminalsierung zu tun?
Ihre Absichten mögen gut gewesen sein, aber das Schicksal der Kollegen als "Argument" in einer aktuell laufenden Debatte zu instrumentalisieren, ist erstens inhaltlich falsch (das Cannabis-Verbot hat diese Tragödie nicht verhindert) und zweitens eine schäbig-würdelose Missachtung der Totenruhe!

Was hat berauscht Fahren mit einer Drogenfreigabe zu tun?

Mein Beileid den betroffenen Angehörigen. Ich stand an diesem Tag selbst auf der A44 im Stau vor Marsberg. Aber Irrsinn ist das, was derzeit dazu medial abgeht:
Konsumiert wird trotz des Verbots. Sollte sich nach Auswertung der Blutprobe herausstellen, dass der LKW-Fahrer wirklich bekifft, auf Speed, Koks oder einer anderen psychoaktiv wirkenden Substanz gewesen ist, hat er trotz des Verbots konsumiert und zwei Menschen getötet.
Deshalb ist es schon fast zynisch, die aktuelle Diskussion über eine Kehrtwende in der Drogenpolitik mit dem Tod der zwei Beamten nur zu erwähnen. Aktuelle Studien (u.a. des Forschungsinstituts IZA und der Universität Bonn 2011) fanden heraus, dass in US-Staaten, in denen Cannabis für den medizinischen Gebrauch legalisiert wurde, die Rate tödlicher Verkehrsunfälle um neun Prozent sank. Wenn der Tod von zwei Kollegen nicht Anlass ist, die eigene Haltung zu überdenken, was dann?
Werden Kollegen von einem Besoffenen umgebrettert, schreit auch niemand nach einem Alkoholverbot.

Was ich in der Berichterstattung zum Unfall vermisse ist der Status der Beleuchtung des Streifenwagens.

Tragisch, aber...

...was hat das ganze mit der Legalisierung von Drogen zu tun? Es geht ja nicht um Drogen am Steuer.

Alkohol ist legal - fährt deshalb niemand mehr betrunken? Wieviel Tote gibt es jährlich aufgrund besoffener Autofahrer?

Es ist gegenüber den Betroffenen einfach nur unfair, diese Geschiche für politische Machtspielchen zu missbrauchen.

Tragisch

Ein sehr tragischer Unfall. Alle Politiker, welche für die Freigabe von Drogen plädieren - wenn auch nur für die von sogenannten "weichen" Drogen - sollten sich fragen, ob sie noch in der Realität leben. "Weiche" Drogen sind lediglich der erste Schritt zum Konsum von harten Drogen, dessen sollte sich jeder bewußt sein.

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