Initiative der Herberger-Stiftung – Arminia Bielefeld ist Patenverein der JVA Hövelhof Anstoß für ein neues Leben

Hövelhof (WB/spi). Sport, insbesondere Fußball als Mannschaftssportart, kann mithelfen, jungen Strafgefangenen Wege zur Resozialisierung zu ebnen. Die vom DFB getragene Sepp-Herberger-Stiftung ist seit 1977 die bundesweit einzige Initiative, die dies kontinuierlich in Zusammenarbeit mit Justizvollzugsanstalten (JVA) praktiziert, beispielsweise in der JVA in Hövelhof-Staumühle.

Mit einfachen Direktpassübungen begann die Trainingseinheit des ehemaligen Bielefelder Bundesligaprofis Manuel Hornig auf dem Sportplatz der Justizvollzugsanstalt in Hövelhof-Staumühle. Klar, dass die jungen Strafgefangenen dabei gern mitmachten.
Mit einfachen Direktpassübungen begann die Trainingseinheit des ehemaligen Bielefelder Bundesligaprofis Manuel Hornig auf dem Sportplatz der Justizvollzugsanstalt in Hövelhof-Staumühle. Klar, dass die jungen Strafgefangenen dabei gern mitmachten. Foto: Spies

Die JVA Hövelhof, in der junge Männer im offenen Vollzug einsitzen, hat jetzt einen neuen Patenverein bekommen – den Zweitligisten DSC Arminia Bielefeld. Zum Auftakt der neuen Kooperation besuchte nun der ehemalige Bielefelder Fußballprofi Manuel Hornig (63 Spiele für die Arminia in der 2. Liga sowie 82 Spiele in der 3. Liga für den DSC) die JVA. Hornig (35), inzwischen Referendar am Helmholtz-Gymnasium in Bielefeld sowie Co-Trainer des U17-Bundesligateams des DSC, war gern nach Staumühle gekommen, zumal er schon seit geraumer Zeit soziales Engagement zeigt, etwa beim Integrationsprojekt »Bielefeld United«.

Stiftung spendet Fußbälle

Elke Jungeblodt, Leiterin der JVA Hövelhof, hieß neben Manuel Hornig auch weitere Gäste in Staumühle willkommen, beispielsweise Nico Kempf (Projektleiter und stellvertretender Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger). Die Stiftung hatte zehn Adidas-Fußbälle mitgebracht, die Hornig dem Sportübungsleiter und JVA-Bediensteten Uwe Scheunemann sowie dessen Kollegen überreichte.

Nach einer Anstaltsbesichtigung im offenen sowie im geschlossenen Bereich sowie der Arbeitsbetriebe ging es dann auf den Sportplatz der JVA, wo Manuel Hornig mit den jungen Strafgefangenen eine Trainingseinheit absolvierte.

Die Sepp-Herberger-Stiftung engagiert sich bundesweit in 19 Strafanstalten; Patenvereine sind dabei wichtige Partner, die einmal jährlich die jeweilige JVA besuchen. Erster Patenverein der JVA Hövelhof war Erstligist Bayer 04 Leverkusen. Aufgrund der räumlichen Entfernung wurde daraus aber nichts Dauerhaftes. Aus einer anschließenden Anfrage seitens der JVA beim SC Paderborn ergab sich keine Patenschaft, so dass jetzt Arminia Bielefeld die Zusage gab, das Projekt »Anstoß für ein neues Leben« zu begleiten.

Fußball vermittelt Werte

In einem Gespräch mit dieser Zeitung sagte Projektleiter Nico Kempf, dass der Fußballsport den jungen Strafgefangenen Werte vermitteln kann, darunter Disziplin, Teamfähigkeit, Konfliktlösung auf faire Weise und anderes mehr. Und Spaß machen soll das gemeinsame Kicken natürlich sowieso.

»Es ist unser Beitrag, junge Strafgefangene aktiv auf die Zeit nach der Haftentlassung vorzubereiten. Idealerweise schließen sie sich, wenn sie wieder ‘draußen’ sind, einem Fußballverein an und spielen dort weiter«, sagte Kempf zum Resozialisierungsgedanken.

Die Aktivitäten und Fördertätigkeiten der DFB-Stiftung Sepp Herberger stützen sich auf die vier Säulen Behindertenfußball, Resozialisierung von Strafgefangenen, Förderung des Fußball-Nachwuchses in Schulen und Vereinen sowie das DFB-Sozialwerk.

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