Pendelzüge zwischen Hövelhof und Verl: Machbarkeitsstudie soll Aufschlüsse geben Idee gewinnt immer mehr Mitstreiter

Hövelhof (WB/mobl/keig). Die Stadt Verl treibt ihre Idee, unter dem Projektnamen »Urban Rail« die alte TWE-Strecke zwischen Verl und Hövelhof wiederzubeleben und dort autonome kleine Züge pendeln zu lassen, voran. Am Mittwoch gab es ein Arbeitstreffen in Bielefeld, an dem als Hövelhofer Vertreter Wirtschaftsförderer Thomas Westhof teilnahm.

Am »Tor zur Senne«, dem Hövelhofer Bahnhof, könnte die Pendelzugstrecke zwischen Verl und Hövelhof enden
Am »Tor zur Senne«, dem Hövelhofer Bahnhof, könnte die Pendelzugstrecke zwischen Verl und Hövelhof enden Foto: Jörn Hannemann

»Ergebnis war, dass die FH Bielefeld nun ein Papier erarbeiten wird, das als Grundlage für Gespräche bezüglich der Förderung einer Machbarkeitsstudie mit der OWL GmbH und der Bezirksregierung Detmold dienen soll. Dieser nächste Schritt wird durch den Kreis Gütersloh koordiniert«, hieß es dazu auf Anfrage des WV aus dem Hövelhofer Rathaus.

Wie berichtet hatte der Verler Bürgermeister Michael Esken die Idee entwickelt , Züge ohne Lokführer auf der alten, 13,4 Kilometer langen TWE-Strecke pendeln zu lassen, die möglicherweise ohne festen Fahrplan per App angefordert werden könnten.

Esken brachte alle Beteiligten nun bei einem Treffen an einen Tisch: Professoren, Vertreter des Kreises und der Kommunen Verl und Hövelhof, den Verkehrsverbund OWL sowie Fachleute des Besitzers der Strecke, dem Eisenbahnunternehmen Captrain. »Alle können sich das vorstellen und haben gesagt, dass die Idee innovativ ist, weil sie den öffentlichen Nahverkehr im ländlichen Raum stärkt«, berichtete Esken.

Machbarkeitsstudie soll Projekt absichern

Zahlreiche offene Fragen kamen auf den Tisch. Die technische Umsetzung, die Auswahl der Züge, Haltepunkte oder die Anwendung mit einer App sind nur einige Beispiele. »Der Teufel steckt ja oft im Detail. Deshalb ist es wichtig, erst eine Machbarkeitsstudie durchzuführen, um den Teufel auszutreiben oder ausfindig zu machen«, sagte Verls Stadtoberhaupt. Denn sollte die Idee umgesetzt werden, handele es sich »um ein Millionenprojekt«. Und ein so »ehrgeiziges Projekt muss wissenschaftlich über eine Machbarkeitsstudie abgesichert werden, bevor Geld verbrannt wird«.

Natürlich weiß der Verler Bürgermeister, dass eine solche Studie nicht ohne das Okay der politischen Gremien zu machen ist: »Wir möchten im September die Gremien der ›Regionale‹ mit der Studie erreichen. Wenn die Studie zeigt, dass die Idee sinnvoll und finanzierbar ist, dann können wir die Umsetzung als ein ›Regionale‹-Projekt beantragen und Fördergelder erhalten.«

Das wichtigste Signal des Spitzentreffens: In der aktuellen Ideenphase versammeln sich immer mehr Mitstreiter. Als nächsten Schritt wird die FH Bielefeld mit dem Kreis Gütersloh eine Projektskizze entwerfen, die der OWL GmbH und der Bezirksregierung mit der Bitte um Förderung vorgelegt wird. »Wenn das klappt, beteiligen wir umgehend die Gremien vor Ort«, sagt Michael Esken.

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