Ehemaliger Werbering-Chef kritisiert E-Center-Erweiterungspläne in Hövelhof »Es geht um unseren Ortskern«

Hövelhof (WB). In die Diskussionen um die Erweiterung des Hövelhofer Elli-Marktes in ein dreimal so großes E-Center schaltet sich jetzt auch der Gründungsvorsitzende des örtlichen Werberings ein. »Ich würde mir wünschen, dass die Planungen noch einmal überdacht werden. Es geht schließlich um unseren Ortskern«, sagt Klaus Exnowski.

Aus dem kleinen Elli-Markt an der Bielefelder Straße n Hövelhof soll bis 2019 ein fast dreimal so großes E-Center werden
Aus dem kleinen Elli-Markt an der Bielefelder Straße n Hövelhof soll bis 2019 ein fast dreimal so großes E-Center werden Foto: Besim Mazhiqi

»Wie der Bereich am Kreisel Bielefelder/Gütersloher Straße gestaltet wird, ist keine Entscheidung nur für die nächsten ein, zwei Jahre. Im Rahmen des Ortskernkonzepts geben wir nahezu überall in Hövelhofs Mitte viel Geld aus, um das Zentrum zu verschönern. Nur an dieser Stelle scheint es vielen plötzlich egal zu sein, wie es dort künftig aussieht«, äußerte sich Exnowski im Gespräch mit dem WESTFÄLISCHEN VOLKSBLATT.

»Ich verstehe nicht, warum die vorgestellte Planung nicht intensiver diskutiert wird, warum nicht nach Alternativen gefragt wird«, sagt Exnowski. Vielleicht sei es im Kleinen sogar möglich, gemeinsam mit einem Investor im Rahmen des Umbaus auf dem Gelände Sozialwohnungen zu schaffen: »Aldi hat ein solches Projekt im Großen gerade für Berlin vorgestellt. Man sollte das doch wenigstens diskutieren dürfen«, findet Klaus Exnowski.

In der Tat gibt es im Verler Ortsteil Sürenheide einen Ende 2016 eingeweihten Neubau, in dem sowohl ein Elli-Markt als auch Wohnungen (und Arztpraxen) untergebracht sind. Die Parkplätze sind hinter und auf dem Gebäude angeordnet und von der Straße aus nicht zu sehen. Lüning-Vertriebsleiter Johannes Krukenmeyer hatte den Supermarkt in Sürenheide bei der Einweihung als »kleinsten, aber schönsten« der Unternehmensgruppe bezeichnet. Allerdings war Lüning in Sürenheide nicht Bauherr: Das Gebäude wurde von einer Immobiliengesellschaft errichtet, die zu 100 Prozent der Stadt Verl gehört. Sie vermietete das Ladenlokal dann an Lüning.

In Hövelhof hingegen will Lüning selbst bauen. Die Erweiterung des Marktes sehen Politik und Verwaltung als große Chance für die Sennegemeinde – Diskussionen entfachen sich seit Wochen aber an der Gestaltung und der Größe des Parkplatzareals und der Anliefersituation an der Schillerstraße .

Karin Fockel, deren Mutter unmittelbar gegenüber des Anlieferbereichs wohnt, glaubt nicht, dass sich mit der Neukonzipierung die Situation für die Nachbarn verbessert. Vor der Ratssitzung am morgigen Donnerstag (19 Uhr, Ratssaal), in der der entsprechende Bebauungsplan erneut Thema sein wird, hat sie deshalb alle Hövelhofer Ratsmitglieder persönlich angeschrieben. Nach Angaben der Gemeindeverwaltung plant Lüning an der Schillerstraße eine Halle, in der Lastwagen ihre Lieferungen abladen sollen. »Wo bleiben die LKW, die in der Warteschleife stehen und auch abladen wollen«, fragt Karin Fockel, was passiert, wenn die Anlieferungshalle belegt ist. Sie befürchtet, dass diese LKW dann weiter an der Schillerstraße stehen. Die Situation, die hier schon aktuell entsteht, bezeichnet sie als »lebensgefährlich« speziell für Radfahrer und Fußgänger, da viele Autos über den Bürgersteig rasten, um an den parkenden LKW vorbeizukommen. Sie ist sich auch für die Zukunft sicher: »So, wie das in der Schillerstraße geplant ist, kann es nicht funktionieren.«

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